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Kölner Ford-Werke: Hoffnungen, Sorgen und gedrückte Stimmung bei den Mitarbeitern

Ford Metin Yildiz2

Metin Yildiz (Mitte) und seine Kollegen sind verunsichert.

Foto:

Elisa Sobkowiak

Köln -

Ihre Mienen sind unergründlich, als die Mitarbeiter des Kölner Ford-Werks nach ihrer Schicht den Parkplatz betreten. Einige scheinen noch ahnungslos, andere wissen über die Gerüchte schon Bescheid: Dass Ford vor einem radikalen Umbau seines Europageschäfts stehen soll und davon wohl auch die beiden deutschen Standorte Saarlouis und Köln betroffen sein könnten, bereitet vielen Ford-Mitarbeitern in Köln Sorgen.

16 Jahre arbeitet Metin Yildiz bereits im Niehler Ford-Werk, er ist sich mit seinen beiden Kollegen einig: „Demotivierend sind vor allem die Negativ-Schlagzeilen, die man schon auf dem Weg zur Arbeit im Radio hört.“ Die Stimmung in ihrer Abteilung ist gedrückt. Dass die Kölner Ford-Mitarbeiter Ende Oktober zwei Wochen frei haben werden – für die drei Männer kein Grund zur Freude. „In dieser Zeit wird das Werk schließen, weil einige Abläufe eingestellt werden. Wir sind gespannt, wie es dann weitergeht.“

„Stellenstreichungen gibt es doch schon seit Jahren“

Das sind auch die Kollegen des 33-jährigen Yildiz – auch wenn die Gerüchte, die die Ankündigungen des US-Autobauers entfacht haben, noch nicht in allen Werkshallen angekommen sind: „Stellenstreichungen gibt es doch schon seit Jahren. Da merkt man bislang noch keine großen Veränderungen. Aber bergab scheint es irgendwie schon zu gehen“, sagt ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen will.

Das bestätigt eine Aussage eines weiteren Ford-Arbeiters – der selbst in ein E-Auto-Projekt versetzt wurde und hofft, dass Ford stattdessen in diesem Bereich Fuß in Europa fasst: „Die Halle Z wird ab Februar komplett geschlossen. Kein Wunder, im Ford-Werk in Valencia können die Maschinen sechs Autos gleichzeitig bauen, hier gerade mal zwei.“

Einsparungen in mehreren Bereichen bereits vorhanden

Selbst nach jedem einzelnen Filzstift müsse man inzwischen schon fragen, überall gebe es Einsparungen. „Bleibt nur die Hoffnung, dass das Management, wenn es schon in Köln sitzt, irgendwie den Standort und die Leute retten kann.“

Ford Michael Hunz

Michael Hunz bleibt optimistisch.

Foto:

Elisa Sobkowiak

Optimistisch hingegen zeigt sich Michael Hunz, 46 Jahre alt, auf seinem Weg in den Feierabend: „Bis 2021 sind wir eh sicher. Da mache ich mir noch keine Gedanken, bis es soweit ist.“ Erstmal gelte es nun für die Ford-Mitarbeiter in Köln, die nächste Betriebsratssitzung am Standort abzuwarten, sagt Hunz. (sob)