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Eine Schranke wurde aufgebaut, um den Lebensraum geschützter Tiere und Pflanzen zu sichern, wie Förster Florian Zieseniß erklärt.

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Stefan Villinger

Porz

Wahner Heide -

Es ist ein gewöhnlicher Wochentag in der Wahner Heide. Pilzsammler kommen glücklich mit vollen Körben aus dem Gebüsch, Pärchen schlendern Hand in Hand über das weitläufige Gelände. Die Menschen nutzen das Naturschutzgebiet.

„Doch es gibt Regeln, an die man sich halten muss. Dazu gehört, dass die markierten Wege nicht verlassen werden dürfen“, sagt Florian Zieseniß. Der Diplomforstwirt ist für die Wahner Heide zuständig. Leider würden längst nicht alle Besucher die Vorschriften beachten. „Die Tiere und Pflanzen haben in letzter Zeit darunter extrem gelitten“, berichtet er. Seltene Vogelarten wie Ziegenmelker, Schwarzkehlchen und Heidelerche nutzen die Buschlandschaft als Bodenbrüter. „Bedingt durch Corona sind hier tausende Menschen wegen fehlender Reisemöglichkeiten unterwegs gewesen und auf ihren Entdeckungstouren zwischen den gut getarnten Nestern umhergelaufen “, so Zieseniß. Er geht davon aus, dass es im nächsten Jahr deutlich weniger Jungvögel geben wird.

Nun wurden neue Schranken errichtet und Hinweisschilder angebracht. Sie weisen darauf hin, dass das Betreten der geschützten Flächen verboten ist. Wanderer und Spaziergänger sollen auf den Wegen bleiben, die an den rot markierten Pfählen zu erkennen sind. Allerdings hätten viele Bürger die Neuerungen mit Unverständnis aufgenommen. „Wir bekamen Beschwerdeanrufe, warum die Heide jetzt flächendeckend gesperrt worden sei“, berichtet Zieseniß. Dabei sei doch nur auf längst geltende Regeln hingewiesen worden. Der Förster berichtet, dass zur Zeit der Heideblüte „Dinge passiert sind, bei denen mir die Worte gefehlt haben“. Fotografen seien mit Pferdetransportern gekommen, um die Tiere zwischen den violetten Heideblüten kunstvoll in Szene zu setzen.

Das offizielle Wegenetz der Heide zeigen Ulrike Tesch und Wolfgang Schuth vom Amt für Umwelt- und Klimaschutz.

Das offizielle Wegenetz der Heide zeigen Ulrike Tesch und Wolfgang Schuth vom Amt für Umwelt- und Klimaschutz.

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Villinger

Ganze Hochzeitsgesellschaften hätten die romantische Stimmung für ihre Bilder genutzt. Auch erotische Motive seien in den sozialen Netzwerken unter dem Stichwort Wahner Heide zu finden. Anrufe bei den Fotografen hätten gezeigt, so Zieseniß, dass sie kein Bewusstsein dafür gehabt hätten, dass sie unerlaubt geschützte Flächen betreten hatten.

„Das offizielle Wegenetz in der Heide ist rund 170 Kilometer lang“, sagt Ulrike Tesch, Leiterin des Troisdorfer Umweltamtes. Das dürfte doch genügen.