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Veedelsfest: Porz kriegt den Arsch huh

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Schunkeln international zum kurdischen Volkstanz beim ersten Porzer „Arsch-Huh”-Veedelsfest im vorigen Jahr.

Foto:

Figge

Porz -

Ob zu den Klängen der Balkan-Folkmix-Band Hop Stop Banda oder zu kölschen Klassikern wie den Höhnern oder den Bläck Fööss: Die AG „Arsch huh, Zäng ussenander“ machte nach ihren Stationen in Bocklemünd, Kalk und dem Eigelstein im Rahmen ihrer Veedelstour am Wochenende auch Halt in Porz und war unter dem Motto „Du bes Kölle“ beim Veedelsfest im Stadtteil mit dabei.

Seit der Gründung im Jahr 1992 setzen sich Musiker gegen Rassismus und Neonazis ein und stärken so das Zusammenleben der Kulturen. Auch auf dem Rathausvorplatz in Porz sorgten die Bands zuverlässig für eine ausgelassene Stimmung. Viele klatschten bei den musikalischen Darbietungen mit und tauschten sich angeregt über die Entwicklungen im Stadtteil aus. Neben der alevitischen Gemeinde, die auf der Bühne traditionelle Musikstücke und Gedichte präsentierte, war auch die Arsch huh e.V. mit einem eigenen Stand vertreten.

Dort gaben Unterstützer der Bewegung Informationen zum Thema Zivilcourage an die Besucher weiter und erklärten ihnen, wie man sich als Zeuge von Ausgrenzung, Diskriminierung und rechter Verfolgung korrekt verhält.

Auf der Bühne animierten kölsche Traditionsbands und kulturelle Beiträge das Publikum zum Feiern. Die Besucher tanzten dabei ebenso zu traditionell alevitischer Musik wie zu den Klassikern von Kölner Bands wie den Bläck Fööss. Für besonders viel Stimmung sorgten die Höhner, die sich als Gründungsmitglieder der AG Arsch huh regelmäßig an den Veedelstouren beteiligen und die sich für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in Köln einsetzen. Die Kultband möchte mit ihrer Beteiligung ein deutliches Zeichen setzen: „Wir wollen uns hier gegen Gewalt, Ausgrenzung und Rechtsextremismus aussprechen. Die Mehrheit der Menschen ist für eine Willkommenskultur und die muss sich viel mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Ein Veedelsfest wie hier in Porz ist dafür genau der richtige Ort, hier sieht man direkt: Wir sind mehr!“, so der Sänger der Höhner, Henning Krautmacher.

Diesen Gemeinschaftsgedanken unterstreicht auch Norbert Becker, Bezirksamtsleiter in Porz und Mitveranstalter neben Arsch huh: „Es geht uns darum, die Bürger und Vereine hier in Porz zusammenzubringen und sich darüber auszutauschen, wie wir unser Veedel weiterentwickeln wollen.

Der Zusammenhalt, auch mit den Menschen, die neu zu uns kommen, ist da ein ganz wichtiger Faktor. Nur mit dieser Haltung können wir unseren Stadtteil positiv gestalten.“

Neben den musikalischen Darbietungen gab es für die Porzerinnen und Porzer auch die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Bühnendiskussion über bevorstehende Projekte und Veränderungen in Porz auszutauschen. Zum Stadtentwicklungskonzept Porz-Mitte konnten sie eigene Ideen zu Themen wie der Entwicklung von Verkehr, Infrastruktur und Flüchtlings- sowie Ehrenamtsarbeit im Veedel äußern.

Diese Vorschläge und Anregungen werden dem Beirat und den Vertretern der Bürgerschaft vorgelegt und können für die Entwicklung des Stadtteils genutzt werden, so Bezirksamtsleiter Norbert Becker. Mit der Beteiligung der Bürger an dem Fest ist er vollkommen zufrieden: „Der Rathausvorplatz war schon zum Beginn des Veedelsfests gut gefüllt und es herrschte sofort eine tolle Stimmung im Publikum. Wir hoffen, dass wir die Veranstaltung nach diesem Erfolg auch im nächsten Jahr wieder durchführen können.“