Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Neuer Inhalt

Studie zu vier möglichen Kölner Routen: Konsens für den Radschnellweg

In der niederländischen Provinz Gelderland gibt es sogar Unterführungen für Radschnellwege. Foto: By Fantaglobe11 , CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org

In der niederländischen Provinz Gelderland gibt es sogar Unterführungen für Radschnellwege. Foto: By Fantaglobe11 , CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org

Foto:

By Fantaglobe11 - Own work, wiki

Köln-Mülheim -

Nachdem die geplante schnelle Radwegverbindung zwischen Köln und Bergisch Gladbach in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert wurde, hat das Thema nun auch die Bezirksvertretung Mülheim erreicht: Die Stadtbezirks-Politiker sollten über eine von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene „Machbarkeitsstudie leistungsfähige Rad-Pendler-Routen im Rechtsrheinischen“ beraten und abstimmen. Damit nicht genug, stellte die „Initiative Radschnellweg GL-K“ – mit einigen Vorschlägen war die Verwaltungsseite nicht einverstanden – ihre Alternativen vor.

In der Studie werden vier mögliche Routen von Bergisch Gladbach, Rösrath und Leverkusen nach Köln beschrieben. Ziel ist es, mit einer schnellen Anbindung Alternativen zum Autofahren zu schaffen. So soll vielen Pendlern der Umstieg auf das Rad erleichtert werden. Das und bessere Angebote des öffentlichen Nahverkehrs sollen die oft verstopften Straßen entlasten.

Ein Schild am Schnellweg zeigt in London die voraussichtliche Fahrzeit mit dem Fahrrad.

Ein Schild am Schnellweg zeigt in London die voraussichtliche Fahrzeit mit dem Fahrrad.

Foto:

By Man vyi wikimedia

Die in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagene etwa 14 Kilometer lange Trassenführung zwischen dem Bahnhof Bergisch Gladbach und dem Bahnhof Deutz führt auf Kölner Gebiet Quer durch den Thielenbrucher Wald bis zur KVB-Endhaltestelle Thielenbruch, dann weiter entlang der Gemarkenstraße, Strundener Straße und Hatzfelder Straße bis zum bereits fertiggestellten Fuß- und Radweg entlang des Strundener Bachs. Anschließend geht es am Krankenhaus Holweide vorbei zur Colonia-Allee, kreuzt die Trasse den Isenburger Kirchweg, führt südlich an der Gesamtschule Holweide vorbei und überquert auf der Wichheimer Straße die Autobahn.

In Buchheim soll es entlang der Stadtbahntrasse auf dem Elisabeth-Schäfer-Weg bis zur Frankfurter Straße weitergehen, um in Buchforst über die Rudolf-Clausius-Straße und die Hertzstraße zu einer Neubaustrecke westlich des Kalkbergs nach Deutz zu gelangen.

Die Initiative hatte bereits zwei Informationsveranstaltungen für die Bürger Dellbrücks und Holweides durchgeführt. Nun stellten sie ihre Ideen auch den Kommunalpolitikern vor.

„Wir haben drei Knackpunkte entdeckt“, erläuterte Helmut Röscheisen, Sprecher der Initiative, den Bezirksvertretern. Er und seine Mitstreiter wollen nicht, dass der Radschnellweg durch das Landschaftsschutzgebiet Thielenbrucher Wald führt oder fern von Wohngebieten durch die Grünflächen entlang der Strunde. „Im Landschaftsschutzgebiet ist eine Beleuchtung des Wegs nicht gestattet, außerdem werden menschenleere Wege in den Abendstunden zu Angsträumen, vor allem für Frauen.“

Angsträume sollen vermieden werden

„Wir wollen auch keine Wellness-Route wie die Verwaltung, sondern eine direkte, schnelle Anbindung“, betonte Günter Hermkes, ein weiterer Sprecher der Initiative. Darum plädieren sie , den Radweg entlang der Gierather Straße in Dellbrück und entlang der Dabringhausener Straße und der Schweinheimer Straße durch Holweide statt über die Colonia-Alle zu führen. Der Grund: Die Alternativstrecke sei viel näher an Wohngebiete angebunden und besser für Radfahrer erreichbar. In Buchforst will die Initiative – auch zur Vermeidung von Angsträumen – statt der westlichen Kalkbergstrecke eine Strecke durch die Kopernikusstraße, die Istanbulstraße und die Gummersbacher Straße nach Deutz führen.

Stephan Krüger (CDU) begrüßte das Engagement und wollte von den beiden wissen, ob es einen Kostenunterschied zwischen beiden Varianten gebe. „Die Stadt würde mehr als fünf Millionen Euro ausgeben. Unsere Streckenführung ist mit einfacher Beschilderung und Straßenmarkierung wesentlich billiger“, entgegnete Hermkes. Ruth Fischer (SPD) verwies auf mögliche Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern im Bereich der KVB-Haltestelle Herler Straße, wo der Elisabeth-Schäfer-Weg einen Engpass bilde.

Hans Stengle (SPD) sieht einen erheblichen Einschnitt für den motorisierten Verkehr in der Gierather Straße und Torsten Tücks (FDP) mahnte, mögliche Konflikte mit Fußgängern im Auge zu behalten. Winfried Seldschopf (Grüne) betonte, er begrüße die Machbarkeitsstudie, aber mehr noch die Alternative.

Er schlug vor, der Studie zuzustimmen, mit der Auflage, für die Strecke von Bergisch Gladbach nach Köln die alternativen Ideen der Initiative zur Grundlage weiterer Planungen zu nehmen. Dem folgte die Bezirksvertretung einstimmig.