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Zynismus-Vorwurf gegen Reker
„Sie hält Stromsperren für sinnvoll“

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Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Köln – Ratspolitiker Jörg Detjen (Linke) wirft Obetbürgermeisterin Henriette Reker Zynismus und „Abgehobenheit“ gegenüber Menschen vor, die angesichts der steigenden Energiepreise finanzielle Sorgen haben. Reker befürworte Stromsperren für Kundinnen und Kunden, die die Rechnungen von Energieversorgern nicht mehr bezahlen können, kritisiert Detjen.

Im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte Reker auf die Frage, ob die Rhein-Energie darauf verzichten solle, Strom oder Gas abzustellen, wenn Menschen ihre Rechnungen nicht mehr zahlen können: „Manche Leute brauchen dieses Damoklesschwert der Sperre, damit sie vernünftig mit ihrem Energieverbrauch umgehen.“

„Das ist ein unsägliches Zitat. Es ist blanker Zynismus gegenüber Rentnerinnen und Rentnern, Familien und Alleinerziehenden, Geringverdienern und Aufstockern, die die Explosion der Strompreise vor existenzielle Fragen stellt. Auch aufgrund von steigenden Lebensmittelpreisen haben viele Angst, vor der Wahl zwischen Wärme, Licht und ausreichendem Essen zu stehen“, so Detjen. Viele Menschen würden ihren Energieverbrauch drosseln, wo immer es möglich sei. „In so einer Situation von einem notwendigen Sparanreiz durch eine drohende Sperre zu sprechen, zeugt von unglaublicher Abgehobenheit“, urteilt Detjen.

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Detjen wirft Reker zudem vor, kein Interesse an einem von der Rhein-Energie angebotenen Härtefallfonds zu haben, mit dem besonders bedürftige Haushalte unterstützt würden. „Die Verwaltung wollte nicht an einem Konzept mitarbeiten, nach welchen Kriterien der Härtefallfonds am wirksamsten eingesetzt werden kann und damit so viele Stromsperren wie möglich verhindert werden. Jetzt wird auf einmal klar, warum dieses Angebot nicht in die Stadtpolitik integriert und aufgestockt wird: Weil sie Stromsperren für sinnvoll hält.“

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Selbst die Rhein-Energie spreche „in der internen Kommunikation vom Grundsatz: Jede Stromsperre ist eine zu viel“, sagt Detjen. Auf Drängen des Sozialausschusses habe der Energieversorger in der Corona-Pandemie bis vergangenen April auf Stromsperren verzichtet. Und auch im Energiepaket der Bundesregierung stehe, dass Sperrungen von Strom und Gas verhindert werden sollten, betont Detjen.

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