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Kommentar zum „Führer“ als Maler: Adolf Hitler geht immer – bei den Ewiggestrigen

Hitler-Signatur

Eine mutmaßlich gefälschte Hitler-Signatur in Nürnberg

Foto:

afp

Hitler geht immer, das denken offenbar nicht nur Journalisten, Fernsehhistoriker und professionelle Fälscher, sondern immer häufiger auch deutsche Kunsthändler. Schließlich versuchte sich der „Führer“ vor seiner politischen Karriere als Maler und hinterließ dabei ein eher schmales, dafür aber mutmaßlich gut verkäufliches Werk. An Nachfrage mangelt es wie bei anderen künstlerisch dilettierenden Berühmtheiten jedenfalls nicht.

Nachdem im Januar drei angebliche Hitler-Aquarelle kurz vor einer geplanten Auktion beschlagnahmt worden waren, deckte sich die Polizei an diesem Wochenende gleich mit 63 dem Gröfaz zugeschriebenen Bildern ein; es besteht dringender Betrugsverdacht in Tateinheit mit Urkundenfälschung.

Zum Glück für das betroffene Auktionshaus blieben aber noch genug „unverfängliche“ Hitler-Devotionalien übrig. Und so gingen bei der „Spezialauktion Adolf Hitler“ immerhin eine Tischdecke und eine Prunkvase über die Theke – beides stammt angeblich aus dem Nachlass des Diktators.

Werbeeffekt durch Beschlagnahmung

Das Auktionshaus arbeitet nach eigenen Angaben mit der Polizei zusammen und wird über den mit der Beschlagnahme verbundenen Werbeeffekt vermutlich nicht böse sein.

Zumal sich die Spezialauktion an eine in doppelter Hinsicht unbelehrbare Kundschaft wandte: an Menschen, die sich in ihrer Hitler-Faszination nicht davon stören lassen, dass sie sehr wahrscheinlich einem Schwindel aufsitzen. Tröstlich ist dies nur bedingt, denn offenbar macht die blinde Sehnsucht nach Hitler-Souvenirs keine Unterschiede zwischen echt und falsch.