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3er BMW zu klein: Polizei NRW tauscht ihre Fahrzeugflotte aus

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BMW 220d xDrive Gran Tourer

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BMW

Düsseldorf -

Der BMW 318 Touring wird gerne von jungen Vätern gefahren, denen das sportliche Image ihres Kombis wichtiger ist als ein vernünftiges Platzangebot. Als Familienkutsche ist der Wagen nur bedingt tauglich – kein Wunder, dass der 3er auch als Einsatzfahrzeug bei der NRW-Polizei durchfiel. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) will seinen Beamten jetzt wieder größere Polizeiwagen gönnen.

Ab nächster Woche werden fünf Wochen lang fünf neue Modelle von fünf verschiedenen Polizeibehörden getestet. Reul will die Schlüssel am Dienstag symbolisch übergeben.
Die viel zu kleinen 3er BMW (150 PS, Zwei-Liter-Dieselmotor) waren vom ehemaligen NRW-Innenminister Ralf Jäger geordert worden. Der SPD-Politiker hatte sich für den Bayern-Look der Flotte mit 1845 Fahrzeugen zunächst feiern lassen. Doch schon bald hagelte es Kritik.

Kofferraum viel zu klein

Der Kofferraum sei viel zu klein, um zwei Schutzhelme zu verstauen, hieß es. Auch die schusssicheren Westen hatten keinen festen Platz. Oft wurden sie einfach auf den Rücksitz gelegt. Das wurde aber zum Problem, sobald sich Festgenommene oder weitere Beamte auf die Rückbank quetschen mussten. „Wenn man durch 27 Experten aus fünf Ländern sowas prüfen lässt, statt ein paar Polizisten da reinzusetzen, kann so was eben passieren“, sagte Reul in einem Interview.

Mercedes Vito dpa

Mercedes Vito

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dpa

Der schnittige Münchner war aber nicht nur unbequem, sondern hatte auch Sicherheitsnachteile. So war das Türfach für die Maschinenpistole zu eng und konnte im Ernstfall nicht schnell genug gezogen werden. Häufig fiel der Funk aus, wenn große Polizisten mit ihrer Füßen gegen den Verteiler stießen, der im Fußraum des Beifahrers montiert ist.

Nun soll alles besser werden. In den fünf Modellen, die jetzt getestet werden, könnten auch Familien schon problemloser verreisen. Es handelt sich um die Kompaktvans BMW Grand-Tourer, Ford S-Max, VW Touran, Opel Zafira und den Bus Mercedes Vito in der Kurzversion.

Streifenpolizisten testen Fahrzeuge

„Ich finde es genau richtig, dass die Fahrzeuge jetzt endlich von den Personen auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden, die mit ihnen täglich umgehen müssen – nämlich den Streifenpolizisten“, sagte Arnold Plickert, Chef der Gewerkschaft der Polizei in NRW, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Der 3erBMW war auch deshalb im Herbst 2015 ausgewählt worden, weil der Münchner Autokonzern bei einer europaweiten Ausschreibung das beste Angebot abgeben hatte. Die Kombis werden in NRW allerdings noch mindestens bis 2019 unterwegs sein. Dann könnten die ersten Leasingfahrzeuge zurückgegeben werden. Für das Land sollen Leasingkosten von rund 21 Millionen Euro angefallen sein. Viel Geld – das LZPD erwägt daher, die Fahrzeuge künftig wieder anzukaufen. Insgesamt sind in NRW rund 2000 Streifenwagen unterwegs.