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Hendrik Duryn„Das Schlechtschreiben ist für mich das eigentliche Problem“

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Zum Start der neuen Staffel von „Der Lehrer“ erklärt Hauptdarsteller Hendrik Duryn, was ihn an der derzeitigen gesellschaftlichen Situation in Deutschland am meisten stört.  (Bild: 2025 Getty Images/Gerald Matzka)

Zum Start der neuen Staffel von „Der Lehrer“ erklärt Hauptdarsteller Hendrik Duryn, was ihn an der derzeitigen gesellschaftlichen Situation in Deutschland am meisten stört. (Bild: 2025 Getty Images/Gerald Matzka)

„Mit Deutschland geht's bergab“: So oder so ähnlich ist es seit einiger Zeit vielfach zu lesen. Einer, der damit wenig bis nichts anfangen kann, ist Hendrik Duryn: In einem Interview erklärte der Schauspieler nun, warum bei Weitem nicht alles so schlecht ist, wie es derzeit oft erscheint.

Hendrik Duryn hält nichts von allzu alarmistischen Nachrichten: „Das Schlechtschreiben ist für mich das eigentliche Problem“, sagt der Schauspieler im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Denn: „Wenn alles so schlecht wäre, wie behauptet wird, wieso stehen wir mit unserer volkswirtschaftlichen Leistung dann noch immer so weit oben?“, fragt er: „Wieso sind dann unsere Städte nicht alle völlig verrottet? Wieso haben wir nicht mehr Vandalismus und pöbelnde Jugendliche?“ Seine These: „Wenn das wirklich alles so schlimm ist, muss sich das doch auch im Straßenbild widerspiegeln.“

Das sehe er jedoch nicht: Auf seiner Lesereise sei er zuletzt viel unterwegs gewesen, erinnert sich der 58-Jährige: „Ich war in 30 verschiedenen Städten, Dörfern, Gemeinden, kleinen Regionen und habe mich immer wieder gefragt: Wo ist es hier jetzt richtig sch...? Wo sind diese vielen maroden Häuser? Wo ist jetzt alles schlecht?“ Natürlich gebe es Dinge, die „schwierig und schlecht sind“, gibt er zu: „Aber es ist nicht schlecht, weil es schlecht ist, sondern weil man die Herausforderung nicht erkannt hat, es zu lösen.“

„Führt nur dazu, dass man nicht mehr an Veränderungen glaubt“

Fünf Problemschüler und ihr neuer Lehrer (von links): Max Mazur (Luke Matt Röntgen), Lehrer Stefan Vollmer (Hendrik Duryn), Noah (Leon Ndiaye), Fee (Katharina Hirschberg), Eileen (Acelya Sezer) und Tilda (Kya-Celina Barucki). (Bild: RTL / Pascal Bünning)

Fünf Problemschüler und ihr neuer Lehrer (von links): Max Mazur (Luke Matt Röntgen), Lehrer Stefan Vollmer (Hendrik Duryn), Noah (Leon Ndiaye), Fee (Katharina Hirschberg), Eileen (Acelya Sezer) und Tilda (Kya-Celina Barucki). (Bild: RTL / Pascal Bünning)

Kritik übt der gebürtige Leipziger dabei vor allem an der Politik: „Ich würde all diese Politikerinnen und Politiker, die sich so gerne selbstbeweihräuchern, gerne mal rütteln, am Schlafittchen packen und nach Bautzen ins sorbische Gebiet reinstecken. Ich würde ihnen sagen: 'So, ihr geht jetzt mal für ein halbes Jahr in die Lausitz und guckt, was in dieser Zeit dort alles passiert. Und dann geht ihr wieder zurück in die Politik in euren Elfenbeinturm, und dann trefft ihr neue Entscheidungen!'“

Doch auch die Presse nimmt Duryn im Interview in die Pflicht: „Dieser Negativzirkus, von dem ich die ganze Zeit lese, führt nur dazu, dass man nicht mehr an Veränderungen glaubt“, kritisiert er: „Das führt dazu, dass viele Leute einfach nur noch mit ausgestreckter Hand dasitzen und sagen: 'Erst muss mir was gegeben werden, damit ich was tue.'“ Doch: „Wir werden die Probleme nicht lösen, wenn wir sagen: 'Jemand anderes muss sie lösen.'“

Das Interview fand anlässlich des Starts der zehnten Staffel der Comedyserie „Der Lehrer“ statt: In sechs Folgen (am Donnerstag, 28. Mai, und Donnerstag, 4. Juni, ab 20.15 Uhr, im Dreierpack, bei RTL, sowie bereits ab Donnerstag, 21. Mai, wöchentlich in Doppelfolgen, bei RTL+) schlüpft Duryn wieder in seine Paraderolle des Lehrers Stefan Vollmer. (tsch)