Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

1,3 Milliarden für Betreuung in NRW: Jeder benötigte Kita-Platz soll finanziert werden

Symbolbild

Symbolbild

Foto:

dpa

Düsseldorf -

Die NRW-Landesregierung will mehr für die Betreuung und Förderung von Kindern sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun. Am Dienstag hat sie den Entwurf für eine Reform des Kinderbildungsgesetzes verabschiedet.

Der Kern der Vereinbarung sieht vor, ab dem Kita-Jahr 2020/21 rund 1,3 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr in die Kindertagesbetreuung zu stecken. „Wir wollen beste Chancen für unsere Kinder von klein auf und mehr Familienfreundlichkeit“, sagte Familienminister Joachim Stamp (FDP) in Düsseldorf.

Der „Pakt für Familien und Kinder“ besteht aus drei Schwerpunkten. Erstens steht knapp eine Milliarde Euro künftig zur Qualitätsverbesserung zur Verfügung. Das Geld soll unter anderem für mehr Erzieherinnen und Erzieher, für flexiblere Öffnungszeiten und eine bessere Sprachförderung ausgegeben werden.

Für verlängerte Öffnungszeiten in den Kitas oder Zusatzangebote in der Kindertagespflege sollen ab 2020/21 rund 50 Millionen Euro zusätzlich ausgegeben werden, bis 2022/23 wird sich dieser Betrag auf 100 Millionen Euro erhöhen. Die Kommunen werden sich daran mit 20 Prozent beteiligen und entscheiden selbst, wie sie die Flexibilität gestalten.

Jeder Betreuungsplatz soll bewilligt werden

Zweitens garantiert die Landesregierung, dass jeder notwendige Betreuungsplatz bewilligt und finanziell gefördert wird. Dafür stehen pro Jahr mindestens 115 Millionen Euro bereit. 2019 werden es 200 Millionen sein. Das Familienministerium schätzt, dass bis 2022 rund 30 000, bis 2025 bis zu 100 000 zusätzliche Kita-Plätze in NRW geschaffen werden müssen.

Drittens wird es ab 2020/21 ein zweites beitragsfreies Kindergartenjahr geben. Das belastet die Landeskasse mit weiteren 200 Millionen Euro, die den Kommunen nach Angaben des Ministers komplett erstattet werden.

Damit die Reform in ein paar Jahren nicht zu einer neuen Finanzkrise bei den Kommunen und freien Trägern führt, will die Landesregierung die Zuschüsse jährlich überprüfen und dynamisieren, um beispielsweise die Kosten für höhere Löhne auszugleichen.

Fachkräfte-Offensive starten

Weil rund 30 Prozent der U 3-Plätze in NRW in der Kindertagespflege sind, will die Landesregierung die Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher dort mit einem Umfang von rund 300 Unterrichtseinheiten fördern und regelmäßige Fortbildungen anbieten. Überdies will sie eine Fachkräfte-Offensive starten, um neues Personal zu gewinnen.

Kitas sollen für Schülerinnen und Schüler in der praxisintegrierten Ausbildung Zuschüsse von 8000 Euro im ersten und 4000 Euro im zweiten Ausbildungsjahr erhalten. Derzeit könne man den Fachkräfte-Bedarf gerade noch decken, sagte Minister Stamp.