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Keine Bauabnahme: Wachsender Ärger vor Moschee-Eröffnung durch Erdogan in Köln

moschee köln

Die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld

Foto:

picture alliance / Marius Becker

Köln -

Vor der geplanten Eröffnung der Moschee in Köln-Ehrenfeld durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan am kommenden Samstag wächst der Ärger auf die für das Gotteshaus verantwortliche Türkisch-Islamische Union Ditib. „Wenn Erdogan nun tatsächlich derjenige sein soll, der diese Moschee eröffnet, wird die Ditib auch ihre letzten Fürsprecher verlieren“, sagte NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Ditib-Zentrale solle sich dann als das geben, was sie wirklich sei: Erdogans politischer Arm in Deutschland. „Der Ditib-Bundesverband muss sich dann nicht weiter lächerlich machen und andere für dumm verkaufen, in dem man behauptet, man sei ein deutscher Religionsverband für hiesige Muslime.“ Güler nannte die Moschee ein Symbol für Modernität und Offenheit, das sie auch als Bauwerk sehr schön finde. „Die Moschee sollte für das Lebensgefühl von Muslimen in Deutschland stehen, die gekommen sind, um zu bleiben. Aus heutiger Sicht müssen wir uns eingestehen, dass diese Strahlkraft, die die Moschee im Dienst der Integration haben sollte, erloschen ist.“

„Die Ditib wird von der türkischen Regierung instrumentalisiert“, sagt der Ehrenfelder Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD). Als Mitglied des Beitrats, der jahrelang den Moscheebau auch gegen viele Anfeindungen begleitet hat, fühle er sich „verarscht“. Wirges will an der Eröffnungsfeier für die Moschee nur teilnehmen, wenn er reden darf. So hatte sich auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker geäußert. Als „Statisten“ wollen die Repräsentanten der Stadt nicht „zur Verfügung stehen“.

Ditib hat Ablauf noch nicht bekanntgegeben

Die Ditib hat sich bislang nicht dazu geäußert, wie der Ablauf der Feier aussehen wird. Auch fünf Tage vor dem Termin stand immer noch nicht fest, wer dazu eingeladen wird. Auch die die „Union of International Democrats“ (UID) als Auslandszweig von Erdogans regierender AK-Partei reagierte nicht auf eine Anfrage zum Stand der Planungen. Die Polizei will sich erst am Donnerstag zu ihren Maßnahmen äußern. Bei der Ankündigung seines Deutschland-Besuchs hatte Erdogan seinen Besuchswunsch in Köln damit erklärt, dass „unsere Diyanet“ hier „eine schöne Moschee gebaut“ habe. Die Diyanet ist die staatliche Religionsbehörde in Ankara. Die finanzielle Abhängigkeit des Verbands von Ankara sei nichts Neues, sagte Güler. Die Ditib habe aber bisher immer betont, ein deutscher Verein zu sein.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass für den Moscheekomplex noch keine abschließende Bauabnahme der Stadt vorliegt. Nach Auskunft des Presseamtes hat die Ditib nur eine Genehmigung, die keine vollständige Nutzung des Gebäudes zulässt.