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Kommentar zur Oper: Bonn prüft Bürgerbegehren

Die Bürger sollen über den Erhalt der Bonner Oper abstimmen.

Die Bürger sollen über den Erhalt der Bonner Oper abstimmen.

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Theater bonn

Stimmt, die Piraten gibt es ja auch noch! Gerade werden sie wieder auffällig – in Bonn, wo Mitglieder der Partei ein Bürgerbegehren beantragt haben. Die Frage, die von der Bevölkerung beantwortet werden soll, lautet ungefähr so: Darf sich die Bundesstadt noch länger eine Oper leisten oder nicht?

Damit wird ein weiteres Mal ein Vorstoß unternommen, das Bonner Musikleben in Zeiten der verschärften Sparnot zu minimieren. Den neuen Generalintendanten Bernard Helmich, der im August 2013 antritt, erwartet womöglich eine besondere Überraschung: Er hat zwar einen Vertrag für die Bühnen der Stadt, aber keine Oper mehr.

Noch ist ungewiss, ob die erforderlichen Stimmen für ein Bürgerbegehren oder einen Bürgerentscheid überhaupt erreicht werden. Doch schon ist die Aufregung groß

Verzockte öffentliche Gelder

Verständlicherweise. Am Montag hat sich der Personalrat von Oper, Schauspiel und Orchester zu Wort gemeldet. „Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik kämpfen Bürger nicht für den Erhalt einer Kultureinrichtung, sondern dagegen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wieder einmal werde die Oper aus populistischen Gründen als überflüssiges Luxusgut dargestellt. Weiter wird aus dem Wahlprogramm der NRW-Piraten zitiert: „Gute Kultur (ist) nicht einfach durch Umverteilung bestehender Güter zu gewährleisten. Kultur ist der Nährboden unserer Gesellschaft, sie ist kein Bereich, in dem man leichtfertig verzockte öffentliche Gelder wieder einsparen kann, sondern sie ist absolut notwendig.“ Das ist doch ein Wort – allerdings eines aus der Wahlkampfzeit.

Auch die Möglichkeit einer Fusion mit der Kölner Oper kocht nun wieder hoch. In Bonn. Nicht in Köln. Denn Köln braucht keinen schwachen, sondern einen starken Partner wie etwa Düsseldorf. Darauf hat die Verwaltung mehrfach hingewiesen. Denn kein Geld hat Köln selber.