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Chaos auf dem Schreibtisch: Darf der Arbeitgeber mich zum Aufräumen zwingen?

Arbeitsrecht_Schreibtisch-Chaos

Kreatives Chaos am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit in deutschen Büros.

Foto:

picture alliance / Andrea Warnecke/dpa-tmn

Berlin -

Mancher arbeitet gerne an einem aufgeräumten Schreibtisch, andere lieben ihr kreatives Chaos. Doch auch Arbeitgeber haben oft genaue Vorstellungen, wie es bei ihnen aussehen soll. Darf mich mein Chef dazu verdonnern, den Schreibtisch aufzuräumen – und darf er vielleicht sogar private Deko verbieten?

Ja, das darf er. „Der Schreibtisch beziehungsweise der Arbeitsplatz gehört, simpel gesagt, dem Arbeitgeber“, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. „Deshalb darf er auch entscheiden, wie es da zugeht.“

Arbeitsrecht-Experte: Arbeitgeber muss Privat-Deko und Unordnung nicht dulden

Umgekehrt haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf private Deko am Arbeitsplatz. Eine Einschränkung gibt es allerdings – nämlich den Grundsatz „gleiches Recht für alle“. „Er muss es allen verbieten oder allen erlauben“, sagt Markowski.

Ansonsten hat der Arbeitgeber aber fast alle Freiheiten, wenn es um den Zustand von Arbeitsplätzen geht: So kann er zum Beispiel plötzlich entscheiden, dass er Privat-Deko oder Unordnung auf Schreibtischen nicht mehr erlaubt – auch dann, wenn er es vorher stillschweigend geduldet hat.

Streit um den Arbeitsplatz ist Fall für den Betriebsrat

Die Frage nach dem Zustand der Arbeitsplätze ist übrigens ein klassischer Fall für den Betriebsrat, sagt Markowski. Denn die Mitarbeitervertretung darf in solchen Fällen mitbestimmen, per Betriebsvereinbarung zum Beispiel. Dort lassen sich dann auch Details klären – ob es etwa genug Schubladen und Schränke für die Dinge gibt, die nicht mehr auf dem Schreibtisch herumliegen sollen. (dpa/tmn)