BaumängelMoschee-Bauherr kündigt Paul Böhm

Lesezeit 2 Minuten

Architekt Paul Böhm und Projektleiter Sinan Celik führten im August 2010 über die Baustelle des halbfertigen Moscheen-Rohbaus. (Bild: Bause)

Köln – Der Bauherr der Moschee in Ehrenfeld, die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religionen (Ditib), hat die Zusammenarbeit mit dem Architekten Paul Böhm fristlos gekündigt. In ihrem Kündigungsschreiben vom vorigen Freitag wirft die Ditib dem Marienburger Planungsbüro eine Reihe erheblicher Ausführungsfehler vor; unter anderem soll es Mängel beim Rohbau gegeben haben.

Böhm widerspricht dieser Darstellung. „Die Anschuldigungen sind unhaltbar, das müssen die Juristen klären“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Trotz des zu erwartenden Rechtsstreits liege ihm „nach wie vor an einer konstruktiven Zusammenarbeit“.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Moschee an der Venloer Straße im Maikommenden Jahres eröffnet werden soll. Es ist allerdings fraglich, ob dieser Termin eingehalten werden kann. An dem Vorhaben Beteiligtesprechen von „Kommunikationsschwierigkeiten“ mit dem neuen Vorstand der Ditib. Möglicherweise plane der Bauherr Änderungen an dem Entwurf Böhms, der sich in einem Architektenwettbewerb durchgesetzt hatte.

„In der technischen Abwicklung wurde der Architekt den eigenen gestalterischen und qualitativen Anforderungen nicht mehr gerecht“, zitiert der „Express“ die Ditib. Es gebe „unüberbrückbare Differenzen“. Für den Ehrenfelder Bezirksbürgermeister Josef Wirges, Mitglied im Moschee-Beirat, kommt die Kündigung „überraschend - das eine schwierige Angelegenheit.“ Er werde sich „sofort ein Bild über die Situation verschaffen“.

Der Vorsitzende des Gestaltungsbeirates, Jürgen Minkus, hat das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung im November gesetzt. Der Architekt und Vertreter des Ditib werden zu diesem Treffen eingeladen.

Nachtmodus
KStA abonnieren