Der mysteriöse Tod der Lolo Ferrari

Lesezeit 3 Minuten
Lolo Ferrari machte mit ihrer 130-cm-Oberweite Karriere im Modeling- und Porno-Geschäft.

Lolo Ferrari machte mit ihrer 130-cm-Oberweite Karriere im Modeling- und Porno-Geschäft.

Grasse (dpa) - Die vor zwei Jahren gestorbene Lolo Ferrari, wegen ihrer Oberweite als Busenwunder weltweit bekannt, ist möglicherweise Opfer eines Mordes geworden. Ihr Ehemann und Manager, der 53-jährige Eric Vigne, wurde unter Mordverdacht festgenommen. Er werde verdächtigt, seine Frau am 5. März 2000 getötet zu haben, bestätigten seine Anwälte nach Medienberichten von Donnerstag in Grasse. Der ehemalige Schrotthändler, der die Nacht zum Donnerstag in Untersuchungshaft verbrachte, bestreitet alle Vorwürfe.

Die damals 30-jährige Ferrari mit einem Brustumfang von 130 Zentimetern sei erstickt oder erwürgt worden, hatte eine neue Autopsie ergeben, die Gerichtsmediziner nach schwerfälligen Ermittlungen im Dezember vorgenommen hatten. Bisher war eine Überdosis Medikamente als Todesursache der Frau mit Silicon-Valley- Ausschnitt vermutet worden. Ärzte gingen von Selbstmord aus. Die Anwälte des verdächtigten Ehemannes meinten jetzt, Lolo Ferrari könne unter dem Gewicht der Brüste erstickt sein.

Vigne, ein langhaariger und hagerer Mann, hatte damals angegeben, er habe seine Frau tot im Bett ihres Hauses in der Nähe der Parfümhauptstadt Grasse im Hinterland der französischen Riviera gefunden. Vigne war bereits im Juni 2000 vernommen, aber wieder freigelassen worden. Schon damals vermutete die Justiz, dass er eine Mitverantwortung an ihrem Tod getragen habe.

"Diese Analysen zeigen gar nichts", sagten seine Anwälte jetzt. "Eric und Lolo liebten sich und arbeiteten seit Jahren zusammen". Die Ermittlungsbeamten wundern sich jedoch, warum Vigne immer wieder auf eine rasche Einäscherung der Leiche seiner Frau gedrängt hatte. Wegen des Verdachts gegen ihn hat die Justiz jedoch die Leiche bisher nicht für eine Feuerbestattung freigegeben.

Ferrari, mit bürgerlichem Namen Eve Valois, hatte nach über 20 Schönheitsoperationen geschwollene Lippen und unerhört große Silikon- Brüste. Deshalb war sie international als Gast von TV-Talk-Shows und Revuen, aber auch durch ihre Auftritte in Filmen bekannt. Sie galt als psychisch labil. Ihr Mann, den sie als 19-Jährige kennen gelernt hatte, soll sie zu den Operationen gedrängt haben.

Zunächst machte "Lolo" sich als Modell für "Fotos de Charme" - Nacktbildern - einen Namen. Nackt beim Rasenmähen, beim Bügeln, auf dem Motorrad. Wenige Jahre später drehte sie den ersten harten Pornofilm. Lolo tourte als Sängerin mit den "Silicon Girls" durch Discos in ganz Europa. Die Schmerzen durch den künstlich aufgepumpten Busen ließen sich nur noch durch Tabletten aushalten. Bei einem Auftritt in Österreich fiel sie von der Bühne und musste wiederbelebt werden.

Lolo Ferrari hatte wenige Tage vor ihrem Tod bei einem Beerdigungsunternehmer einen weißen Sarg ausgesucht und mitgeteilt, sie wolle neben ihrem Lieblingsteddy begraben werden. Ihre sterblichen Überreste haben jedoch noch immer nicht die letzte Ruhe gefunden.

KStA abonnieren