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Waldwirtschaft
Der Rohstoff wächst vor der Haustür

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In der Schreinerei von Wilfried Nissing (l.) wird ausschließlich Holz aus dem Kölner Wald verarbeitet. (Bild: Eickler)

In der Schreinerei von Wilfried Nissing (l.) wird ausschließlich Holz aus dem Kölner Wald verarbeitet. (Bild: Eickler)

Lindenthal – Als 1990 der Sturm Wiebke durch die Wälder gefegt war und auch im Kölner Stadtwald zahlreiche Bäume umgestürzt waren, hatte Schreiner Wilfried Nissing aus der Südstadt eine zündende Idee. Er wandte sich an die städtische Forstverwaltung, um Holz vor Ort zu kaufen, aus dem er Möbel fertigen wollte. Der Kontakt kam zustande. „In erster Linie ist der Kölner Wald Schutzwald und Naherholungsgebiet“, betont der Leiter der Forstverwaltung, Markus Bouwmann. Doch falle bei der regelmäßigen Durchforstung der 3600 Hektar großen Fläche ausreichend Holz an, das wirtschaftlich verwertet und somit zur Refinanzierung eines Teils der Kosten beitragen kann, die durch die Waldpflege entstehen.

Bis 1990 hatten Nissing und seine Frau, Architektin Sabine Röser, das Material für ihre Werkstücke immer beim Holzhändler gekauft, es stammte aus er ganzen Welt. Damit ist seit Wiebke Schluss. „Wir wollten so umweltschonend wie möglich arbeiten und nutzen daher ausschließlich das Holz vor Ort“, so Nissing, der seitdem unter „Stadtwaldholz“ firmiert. Kurze Transportwege, der Erhalt lokaler Arbeitsplätze und nachhaltige Forstwirtschaft, wie sie im Kölner Forst - seit 2002 durch das Forest Stewardship Council zertifiziert - betrieben wird, das sind nur drei der Vorteile, die die Verarbeitung des lokalen „Rohstoffs“ mit sich bringt. „Darüber hinaus brauchen wir nicht einmal auf exotische Sorten zu verzichten“, so Röser. Denn auch in Köln stehen zahlreiche Exoten. Beispielsweise fertigen Nissing und Röser Gartenmöbel aus Sequoia (Mammutbaum). „Das Holz ist extrem witterungsbeständig, dabei sehr leicht und hat eine wunderbare Maserung“, so Röser.

In einer Ausstellung präsentiert „Stadtwaldholz“ einige Möbelbeispiele anlässlich des 4. Kölner Brennholztags im Lindenthaler Tierpark am Samstag, 25. Oktober, 11 bis 17 Uhr. Dann kann man beispielsweise auch Rückepferden bei der Arbeit zusehen und an einem Motorsägen-Workshop teilnehmen. Für Kinder ist ein Kletterparcours aufgebaut, sie können am Lagerfeuer Stockbrot backen und die rollende Waldschule besuchen. Für die Bewirtung ist ebenfalls gesorgt. Veranstalter sind das Forstrevier linksrheinischer Wald und der Verein der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierparks e.V.

 www.lindenthaler-tierpark.de

 www.stadtwaldholz.de

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