Welche Website-Variante möchten Sie nutzen?

Mobile Ansicht Vollansicht
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Verwaltungschef: Schleiden sucht einen neuen Bürgermeister

Schleidens Bürgermeister1

Schleidens Bürgermeister Udo Meister (FDP), hier bei der Vorstellung einer neuen Panoramatafel in Dreiborn mit der Tourismus-Expertin Sophia Eckerle, tritt nicht zur Wahl des Bürgermeisters an.

Foto:

Franz Küpper

Schleiden -

Der Entschluss stand nach Gesprächen mit allen „Entscheidungsträgern“ – Ehefrau Gisela sowie den Töchtern Corinna (29) und Sandra (25) – im Ägypten-Urlaub fest: Udo Meister tritt im November nicht erneut zur Bürgermeister-Wahl in Schleiden an.

Dass er für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stehe, habe er, so FDP-Mann Meister, am Montag den Teamleitern, Stabsstellen und Fraktionsvorsitzenden mitgeteilt, am Dienstag erfuhren es auch die anderen Mitarbeiter im Rathaus.

Als im Urlaub die Entscheidung anstand, so Meister, habe er auch einen „Null-Punkt“ erreicht, nachdem ihn zweimal hintereinander eine heftige Grippe „geschmissen“ hatte. „Ich habe gemerkt, dass man mit bald 61 eine lange Zeit braucht, um den Körper wieder auf ein normales Maß zu bringen“.

Meister will mehr Zeit für die Familie

Würde er wieder kandidieren, stehe eine siebenjährige Amtszeit bis 2025 an. Da er körperlich und geistig „immer mit vollem Einsatz“ dabei gewesen sei, sei relativ schnell klar geworden, dass er nicht bis zum 68. Lebensjahr weitermachen wolle.

Hinzu komme, dass auch seine Frau Gisela aus dem Arbeitsleben ausscheide. Nach dem Ja bei der Hochzeit am 9. August 1984 sei nun die Frage, ob er als Bürgermeister aufhöre oder nicht, die zweitwichtigste gewesen.

Als Rechtsanwalt habe er mit 55 als Bürgermeister bewusst noch einmal neu durchgestartet und die Kanzlei weitergegeben. Beide Entscheidungen, das Jawort und die Arbeit als Bürgermeister, seien richtig gewesen.

Abschied fällt Meister schwer

„Deshalb fällt mir der Abschied auch schwer, auch weil mir die sehr guten Menschen im Rathaus ans Herz gewachsen sind, die eine qualitativ hochwertige Arbeit machen“, so Meister. Die Fraktionschefs hätten seine Ankündigung ohne große Reaktion zur Kenntnis genommen.

Petra Freche von den Grünen habe seinen Entschluss bedauert. Meister hat den Termin bewusst gewählt, sodass die politischen Gremien bis zur Wahl am 4. November und gegebenenfalls einer Stichwahl am 18. November genügend Zeit haben, sich um einen Nachfolger zu kümmern.

2012 gemeinsamer Kandidat von FDP und CDU

Meister startete 2012 als gemeinsamer Kandidat von FDP und CDU gegen eine geschlossene Opposition von SPD, UWV und Grüne, eine Liaison, die aber bald an der Schulfrage scheiterte.

Nach einer schwierigen Zeit habe sich aber im Stadtrat eine „sachliche Diskussion ohne feste Blöcke entwickelt. Vor allem in den vergangenen beiden Jahren ist es so möglich gewesen, viele Projekte im Sinne der Stadt auf die Schiene zu setzen.“

Politisch will er in der Stadt Schleiden nicht mehr in Erscheinung treten, „es sei denn, dass ich um Rat gefragt werde“. Aber er möchte sich ehrenamtlich engagieren, zum Beispiel bei DRK, THW und in der Kirche. Sprachlich will er sich in Englisch und Spanisch weiterbilden. „Ein bisschen im Kopf“ hat der Jurist auch eine mögliche Promotion.