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Burscheid: Mit Verve und spielerischem Witz

Im Sommernachtstraum legten die Schauspieler der Kindertheatergruppe eine Menge Talent an den Tag.

Im Sommernachtstraum legten die Schauspieler der Kindertheatergruppe eine Menge Talent an den Tag.

Foto:

Britta Berg

Burscheid -

William Shakespeares Sommernachtstraum gehört wahrscheinlich nicht mehr zur Ferienlektüre heutiger Kinder und Teenager. Aber sie müssen in ihren Ferien intensiv daran gearbeitet haben, die jungen Schauspieler der Kindertheatergruppe der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid. Textsicher, mit Verve und spielerischem Witz brachten sie den Klassiker in einer fantasievollen Inszenierung im Gemeindesaal an der Hauptstraße auf die Bühne.

Zeitlos ist das Thema um glückliche und unglückliche Liebe, Intrigen und Eifersucht. Einen besonderen Charme erhält das Stück durch die mitreißende Sprache. Die Hauptprotagonisten, darunter der vorwitzige Kobold Puck (Clara Wald), Elfenkönig Oberon (Finn Hackländer) sowie seine Königin und Kontrahentin Titania (Lara Ihlo), aber auch Helena (Emma Helmerichs) und Lysander (Alexandra Lepique), Demtrius (Elif Deniz) und Hermia (Leonie Kiermaschek) lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch, der dem Zuschauer eine Menge Spaß machte. Nur an vereinzelten Stellen wirkte es aufgesagt, das Spiel lebte von einer einfühlsamen Betonung, mimischer Komik und gut einstudierten Rollen. Im Zauberwald, in dem durch magische Pflanzenkräfte alle Beziehungsgeflechte tüchtig auf den Kopf gestellt werden glänzten auch die Elfen Senfsamen (Mariella Stahlhofer) Erbsenblüte (Melinda Stahlhofer), Motte (Lina Schultes) und Spinnweb (Hannah Lückhof) mit einem Tanz zu Edward Griegs Peer Gynt Suite.

Anke Theron-Schirmer und Daniel Kleinscheck haben in der Regie und Probenarbeit ein eindrucksvolles Resultat erzielt.

Diese Inszenierung hat Hand und Fuß und zeigt, dass Jugendtheater mit Klassikern nach wie vor eine Menge abdeckt: Da gilt es, schwierige Texte auswendig zu lernen, im szenischen Spiel aufeinander einzugehen, den Fiesling zu spielen und Buhrufe zu ertragen und vieles mehr. Eine gute Schule ist das Kindertheater und ein Vergnügen für das Publikum ist es allemal.

Auch die Kostüme waren ein Hingucker. Oberon hatte Segelohren wie aus einem Star-Wars-Film, Titania trat in schillernden Farben auf, die in herben Kontrast zu ihrem angebeteten Weber Zettel (Lotti Stolpe) steht, dem ein Eselskopf in stumpfen Grau gezaubert wurde. Seit Mai 2017 arbeitete die Theatergruppe zusammen, sucht Stücke aus, entwirft Kulissen und Kostüme und macht Sprach-, Bewegungs- und Atemübungen. Nun geht es weiter mit der Theatergruppe.

Wer Interesse an einem Einstieg hat, kann bei den sogenannten Schnuppernachmittagen“ mitmachen.