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Glasfaser in Leverkusen: Schnelles Internet endlich in Sicht

Leverkusen -

Es ist noch nicht mal ein Jahr her, da bildete sich längs der Bundesstraße 232 eine Bürgerinitiative, die nur einen Wunsch hatte: schnelles Internet für Pattscheid und angrenzende Ortschaften. Das war nur zu verständlich: Auf der Burscheider Straße spuckt die Leitung zwischen den Hausnummern 518 und 542 noch sagenhafte zwei MBit aus. Beim Herunterladen, wohlgemerkt. Wer etwas ins Netz einspeisen will, muss mit noch wesentlich geringeren Geschwindigkeiten leben. Das können vor allem viele Unternehmer nicht.

Tim Willmanns, dessen Vater eine Computerfirma betreibt, warb deshalb im Juni vorigen Jahres bei den Nachbarn für Eigeninitiative. Weil die Telekom zu dem Ergebnis gekommen war, dass sich der Netzausbau nicht lohnt, sollten die Internet-Unterversorgten im Leverkusener Osten selbst bezahlen. Wesentliches ist dabei nicht herum gekommen. Aber das ist jetzt nicht mehr so schlimm: Netcologne will sich in den Nordosten der Stadt hocharbeiten. Und zwar zügig: Binnen eines Jahres müsse der gesamte Sektor, der unter der Telefon-Vorwahl 02171 erreichbar ist, angeschlossen sein, sagte am Dienstag Jost Hermanns: „Sonst setzt es eine Strafe von der Bundesnetzagentur“, fügte der Chef des Kölner Telefonanbieters hinzu.

Damit Opladen, Quettingen, Fixheide, Lützenkirchen, Pattscheid, Romberg, Bergisch Neukirchen, Imbach und Hüscheid mit 50 MBit versorgt werden können, müssen 125 digitale Vermittlungsstellen, weitere rund hundert kleinere und zwei große, zentrale Verteiler installiert werden. Vor allem aber muss Netcologne noch rund 30 Kilometer Glasfaserkabel in den Boden bekommen. So etwas schafft man nicht ohne Hilfe. Deshalb hat sich die Telefonfirma mit der Energieversorgung Leverkusen zusammengetan. Denn die EVL hat etwas von unschätzbarem Wert: Leerrohre und andere Kanäle, die mit Glasfaserkabel belegen kann. An Kreuzungen mit Ampeln zum Beispiel passe noch Kabel in die großzügig bemessenen Verbindungsrohre zwischen den Lichtzeichen, erklärte am Dienstag Ulrik Dietzler, Technikchef bei der EVL. Wenn es um die Internet-Erschließung gehe, sei der Versorger ein prima Partner: „Wir können Infrastruktur.“

Obwohl man die Glasfaserbündel gut durch Leerrohre „schießen“ kann, muss gegraben werden. Außerdem braucht es Platz für die Verteilerkästen, die auch nicht an jede Ecke passen. Da kommt die Stadtverwaltung ins Spiel, die bei der Vorstellung des Projekts in der Fixheide ausdrücklich gelobt wurde. Da herrsche großes Einvernehmen – erst recht, weil Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn erkannt hat, dass schnelles Internet ein Standortfaktor ist. Die Größenordnung unter 02171: rund 24 000 Haushalte und 860 Unternehmen.