RRX: Lärmgegner wollen Flüsterwaggons

dpa
Leverkusen -
Rüdiger Scholz ist zufrieden: „Jetzt ist klar: Der Schallschutz an den Leverkusener Bahnstrecken steht auf der Tagesordnung des Bundesverkehrsministeriums“, kommentierte er die Antwort von Peter Ramsauer an Reinhard Buchhorn. Der Oberbürgermeister hatte den Minister wegen der beiden Bahnprojekte in Leverkusen angeschrieben und auf das absehbare Lärmproblem hingewiesen: Die Verlegung des Gütergleises wird die Neue Bahnstadt betreffen; der Ausbau der hauptsächlich von Personenzügen genutzten Bahntrasse nach Düsseldorf für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) bekümmert derzeit besonders die Anrainer zwischen Küppersteg und Rheindorf. Dort bleibt die Bahntrasse unberührt, weshalb die Deutsche Bahn AG das Teilstück in Sachen Lärmschutz links liegen lassen kann.
Das soll aber nicht das letzte Wort sein. Deshalb hat der Stadtrat beschlossen, dass sich die Stadt darum bemüht, das Teilstück in das Lärmschutzprogramm des Bundes für bestehende Bahnstrecken zu drücken. Es ist allerdings mehrfach überzeichnet, obwohl es ein Volumen von 100 Millionen Euro pro Jahr hat und bereits seit 2007 läuft.
Wände müssen sein
Dass in der Baulücke zwischen den S-Bahnhöfen Rheindorf und Küppersteg passiver Lärmschutz – etwa durch Wände – sein muss, liegt für Scholz auf der Hand: „Neben zusätzlichem Güterverkehr wird hier die Zahl der Zugbewegungen auf rund 450 pro Tag steigen.“ Da reiche es nicht, wenn nur die Güterwaggons leiser werden. Dies will der Bundesverkehrsminister durch finanzielle Anreize erreichen: Mit dem Fahrplanwechsel im nächsten Dezember werden sich die Preise für die Benutzung der Gleise auch danach richten, wie laut die Waggons sind. Ramsauer glaubt, dass mit diesem Preissystem binnen acht Jahren 80 Prozent der Güterwagen deutlich – nämlich um bis zu zehn Dezibel – leiser werden.
Allerdings ist es bis dahin noch ein weiter Weg: Die dazu notwendigen Bremssohlen aus Verbundstoffen sind noch eine Rarität: Erst im nächsten Monat soll der erste leise Güterzug bereitstehen. Fördermittel für die Umrüstung von 1250 Güterwagen habe das Bundesverkehrsministerium schon im Dezember 2010 überwiesen, schreibt Claudia Horn, die im Hause Ramsauer die Abteilung Landverkehr leitet, in ihrer Antwort an Buchhorn. Es dauert also mit Flüsterwaggons. (tk)