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Schleswig-Holstein-Siedlung: Ein Netzwerk gegen den Lärm

Friedrich Jonas

Friedrich Jonas.

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Ralf Krieger

Küppersteg -

Zwei, eigentlich drei Autobahnen, womöglich eine Raststätte, die beiden Bahnlinien - und überall stehen große Bauprojekte an. Da sollten die Bürger sich zusammenschließen, um ihre Interessen zu wahren. Das finden Friedrich Jonas und Helmut Burkhardt. Der Aktivist aus der Schleswig-Holstein-Siedlung und der langgediente Betriebsrat und Gewerkschafter, der auch in eben jenem Flecken wohnt, in dem Verkehrslärm ein großes Thema ist, haben deshalb einen Plan gemacht, wie man dem allumfassenden Thema gerecht werden kann. Der Arbeitstitel lautet "Netzwerk Lärm".

Das möchten sie in drei Wochen an den Start bringen: Am Donnerstag, 13. September, beginnt um 19.30 Uhr die Gründungsversammlung im Lindenhof in Manfort. Rechtsform der Interessengemeinschaft soll ein eingetragener Verein sein. Unter dem Dach des Vorstandes sollen sich Beiräte bilden, in denen die Vielfalt der Leverkusener Lärm-Themen behandelt wird. Interesse haben bisher neben der IG Schleswig-Holstein-Siedlung die Bürgerinitiative "Lev kontra Raststätte", Zusammenschlüsse aus Alkenrath und von der Kalkstraße in Manfort signalisiert. Letztere fürchten, demnächst wegen des zunehmenden Güterzugverkehrs keine Ruhe mehr zu bekommen. "An der gesamten Gütertrasse zwischen Rotterdam und Genua haben sich die Bürger organisiert. Nur in Leverkusen und vielleicht in Köln gibt es eine Lücke", sagte Helmut Burkhardt dem "Leverkusener Anzeiger". Das soll nicht so bleiben. Sowohl Burkhardt als auch Friedrich Jonas betonten, dass das Thema Gütertrasse keine Exklusivveranstaltung der Bürgerliste sei, auch wenn die Schoofs-Truppe das Thema zuletzt beackert hat.

Das "Netzwerk Lärm" dürfe keine politische Färbung haben, wenn es erfolgreich arbeiten wolle. Jonas stellte auch klar, dass das Netzwerk kein Verhinderungsverein sein soll. "Wir sind nicht gegen den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Aber er sollte so klug wie möglich gemacht werden." Als "klug" würde Jonas die Überlegung bezeichnen, beim Umbau des Autobahnkreuzes Leverkusen noch einmal einen alten Plan aus der Schublade zu holen und ernsthaft zu prüfen: die einst geplante Rheinquerung im Zuge einer verlängerten Autobahn 542 im Norden von Leverkusen. Dass diese Idee durchaus nicht vom Tisch ist, hat sich vor zwei Wochen gezeigt: Da philosophierten die Planer von Straßen NRW in Anwesenheit des neuen Landesverkehrsministers Michael Groschek über die alte Idee. Dafür gibt es zwei Gründe: die Aussicht, dass ein wie immer gearteter Umbau des Leverkusener Kreuzes den Verkehrsströmen nicht gewachsen sein könnte. Und die ungelöste Frage, wie man ein jahrelanges Verkehrschaos verhindern kann, wenn man die Leverkusener Rheinbrücke neu baut. Auch dafür wäre eine Umfahrung sinnvoll, für die man nicht den Kölner Autobahnring beanspruchen muss. Dass eine zusätzliche Querung "in Hitdorf nicht auf Beifall stoßen wird", ist Jonas klar. Sein Vorschlag: Tunnel statt Brücke. (tk)