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Schloss Morsbroich: Museumsverein sieht Zuschüsse in Gefahr

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Die markierte Fläche im äußeren Schlosspark, der unter Landschaftsschutz steht, sollen Parkplatz, Museumszubau und Spielplatz insgesamt beanspruchen.

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Ralf Krieger

Leverkusen -

Das Gerangel um zusätzliche Parkplätze am Schloss Morsbroich dauert an. Auch, nachdem der Rat die Planung umzusetzen beschlossen hat, wie sie das Standortkonzept des Museumsvereins vorsieht. Nach dem Hinweis der Unteren Naturschutzbehörde Leverkusen darauf, dass die vorgesehene Fläche am Rande des äußeren Schlossparks im Landschaftsschutzgebiet liege, hatten vor allem Grüne und SPD auf eine Planänderung gedrungen und die notwendigen Planverfahren vertagt.

SPD will sich Zeit lassen

Zwar hat die SPD-Ratsfraktion inzwischen beteuert, sie wolle das Museum als eines der renommiertesten Häuser für zeitgenössische Kunst im Land keinesfalls verlieren und neue Parkplätze seien für das Schloss in jedem Fall nötig, auch ganz losgelöst von den Vorschlägen des Museumsvereins. Doch im Landschaftsschutzgebiet eben nicht.

Deshalb wolle die SPD mit einer Vertagung Zeit gewinnen, um „geeignetere Alternativplätze zu prüfen“, so Ingrid Geisel, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Es macht Sinn, sich für die wichtigen Dinge genug Zeit zu lassen, um sie ordentlich zu machen.“ Das Konzept sei gut und werde auch umgesetzt.

Museumsverein hat es eilig

Eben diese Zeit gebe es gerade im Moment nicht, meint der Vorsitzende des Museumsvereins Gottfried Zaby in einem am Wochenende veröffentlichten Brief an Oberbürgermeister Uwe Richrath. Es gehe in diesem ersten Verfahrensschritt doch ausschließlich um den Auftrag des Rates an die Verwaltung, mit einer Änderung des Flächennutzungsplan und Aufstellung eines Bebauungsplanes ein förmliches Planverfahren einzuleiten, in dessen Rahmen dann Abwägungen und Entscheidungen zu treffen seien. Erst am Ende dieses Verfahrens stehe die Entscheidung, was dann wo gebaut werden solle.

Wenn aber noch nicht einmal das Aufstellungsverfahren eingeleitet werde, so Zaby, „dann läuft die Stadt Gefahr, dass die Zuschussgeber die gestellten Anträge zur Förderung des Vorhabens ablehnen werden“. Deshalb warne er ausdrücklich vor einer weiteren Vertagung des ersten Verfahrensschrittes. Ferner habe die Stadtverwaltung mit ihren widersprüchlichen Angaben in den Beratungsunterlagen für die Ratsgremien Verwirrung gestiftet.

„Übersteigerter Flächenverbrauch”

„Die Angaben zu den benötigten Flächen sind deutlich überzogen und suggerieren einen übersteigerten Flächenverbrauch. Damit wird die Politik auf falscher Tatsachengrundlage bereits anfänglich gegen das vom Museumsverein geplante Parkprojekt eingenommen.“ Der Flächenbedarf für Parkplatz, Spielplatz und Museums-Zubau sei insgesamt nur halb so groß wie in den Beratungspapieren angegeben.

Es stimme auch nicht, dass 14 000 Quadratmeter Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet für den Parkplatzbau benötigt würden. Vielmehr handele es sich um 3000 Quadratmeter, die von 250 Heckenpflanzen und zehn Solitärbäumen eingefasst und begrünt werden sollen. „Dass der Baumbestand im künftigen Parkplatzbereich soweit wie möglich erhalten bleibt, ist mit dem Konzept »Parkplatz unter Bäumen« hinlänglich belegt“, so der Vorsitzende des Museumsvereins. Der beauftragte Landschafsarchitekt habe bestätigt, „dass die Vegetation im Planbereich Parkplatz keine Schutzwürdigkeit zeigt“.

Verein fordert Richtigstellung

Spätestens bis zur Sitzung der Bezirksvertretung III am Donnerstag solle die Stadtverwaltung diese Sachverhalte klarstellen. Andernfalls werde der Museumsverein eiligst den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden anrufen, so Zaby. Es wäre wohl nicht zu Vertagungen der Planaufstellung gekommen, wenn die Verwaltung ihre Plangrundlagen gegenüber den politischen Entscheidungsträgern schon früher klargestellt hätte.

Unterdessen haben sich auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Naturschutzbund Leverkusen (Nabu) in Gestalt ihrer Sprecherin Ingrid Mayer zu Wort gemeldet. Der Wald im Schlosspark Morsbroich habe einen hohen ökologischen Wert.

„So befindet sich dort seit Jahren die einzige Graureiherkolonie in Leverkusen mit aktuell zirka 20 Nestern. Weiterhin können wir von Bruten des Waldkauzes, des Sperbers und des Mäusebussards ausgehen“, schreibt Mayer und wünscht sich die Ausweisung des Schlossparks „als flächiges Naturdenkmal oder als geschützten Landschaftsbestandteil“.