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Eckenhagen: Känguru aus Tierpark ausgebüxt – Inhaber bitten um Vorsicht

Neugierig aber auch scheu sind die Benett-Kängurus im Affen- und Vogelpark, hier eines der Jungtiere.

Neugierig aber auch scheu sind die Benett-Kängurus im Affen- und Vogelpark, hier eines der Jungtiere.

Foto:

Ludger Schmidt

Eckenhagen -

Keine Lust mehr auf die „Männergruppe“ hatte ein tasmanisches Benett-Känguru, das seit dem vergangenen Freitag flüchtig ist. Ausgebüxt aus dem Affen- und Vogelpark Eckenhagen wurde es am Mittwoch zuletzt gesichtet im Othetal zwischen Bergneustadt und Belmicke.

Ludger Schmidt, Tierarzt des Eckenhagener Privatzoos, hat seither kaum noch eine Nacht geschlafen. Gesehen worden war das ursprünglich aus Tasmanien stammende Känguru zunächst von einer Streife der Polizei, gar nicht weit weg vom Vogelpark und in der Nähe einer Pferdekoppel. „Wir hatten es fast“, sagt Schmidt – und „fast“ heißt in diesem Fall: „entwischt“. Kängurus, die in Videoclips oft beim Boxen gezeigt würden, seien in Wirklichkeit extrem scheu. „Es sind Fluchttiere“, sagt der Mitinhaber des von seinem Vater Dr. Werner Schmidt gegründeten Affen- und Vogelparks. Seit knapp vier Jahren leben dort sechs Kängurus, der noch namenlose Flüchtige – wie gesagt – in einer Männergruppe.

Auf der Suche nach einem Weibchen?

Von alleine zum Park zurückzukehren traut Schmidt dem sprunggewaltigen Säuger zwar zu, aber: „Er wird kein Interesse haben, wieder in der Männergruppe sein zu müssen. Wenn, dann ist er auf der Suche nach einem Weibchen.“ Da dürfte dem Tasmanen das Othetal jedoch die eine oder andere Enttäuschung bieten: Bislang ist er das Einzige seiner Art, das dort gesichtet wurde. Weder auf der Hohen Belmicke noch in Bergneustadt dürfte es frei lebenden Kängurus geben.

Sorgen, sein Schützling könne auf der Flucht verhungern oder verdursten, macht sich Ludger Schmidt nicht. Vorzugsweise ernähren sich Kängurus von Blättern, Gräsern und junger Baumrinde. Da findet der junge Hüpfer in der Region einen reich gedeckten Tisch.

Straßenverkehr als großes Risiko

Die Sorge der Affen- und Vogelpark-Betreiber ist eine ganz andere: der Straßenverkehr. „Auf der Othestraße wird gerast, teilweise ist das eine Rennstrecke“, weiß Ludger Schmidt,. Er fürchtet, dass sein Schützling, der mit dem Verkehr nicht vertraut ist, angefahren oder gar überfahren werden könnte. Deswegen bittet er inständig alle Menschen in der Gegend um das Othetal, besonders vorsichtig zu sein und Sichtungen eines Kängurus sofort zu melden, am besten bei der Polizei unter V 110.

Weil es in der freien Wildbahn nahezu unmöglich ist, das Känguru mit „bloßen Händen“ einzufangen, wurde ein Veterinär engagiert, der ein Betäubungsgewehr benutzen kann.

Für Ludger Schmidt ist das aber das letzte Mittel: „Denn wir wissen nicht, wie das Tier auf Narkosegift reagieren wird.“ Aber erst muss es überhaupt gefunden werden . . .