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Löschzug Lindlar: Brandneuer Alleskönner mit 290 PS

16 Tonnen schwer, 290 PS und Allrad-Antrieb: Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Lindlar ist am kommenden Wochenende beim Feuerwehrfest an der Voßbrucher Straße aus nächster Nähe zu sehen.

16 Tonnen schwer, 290 PS und Allrad-Antrieb: Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Lindlar ist am kommenden Wochenende beim Feuerwehrfest an der Voßbrucher Straße aus nächster Nähe zu sehen.

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Schmitz

Lindlar -

Wenn es zwischen Altenrath und Reudenbach qualmt, kracht, Menschen in Not sind oder Gas ausströmt, ist das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug des Löschzugs Lindlar meist nicht weit. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein Fahrzeug, das für nahezu alle Einsätze der Feuerwehr gerüstet ist. In Kürze wird es offiziell übergeben.

Am Steuer des 290 PS starken Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr Lindlar sitzt Fahrer Torben Bockheim.

Am Steuer des 290 PS starken Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr Lindlar sitzt Fahrer Torben Bockheim.

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Schmitz

„Tatsächlich haben wir jetzt einen echten Allrounder, der bei jedem Einsatz zuerst rausfährt“, betont Hans Peter Scheurer, Lindlarer Löschzugführer. Bereits Ende 2016 bildete die Lindlarer Wehr eine sechsköpfige Gruppe, die sich mit der Nachfolge des 1992 in Dienst gestellten Tanklöschfahrzeugs beschäftigte. Verschiedene Fahrgestelle wurden inspiziert, etliche Ideen zur Beladung notiert, wieder verworfen und Alternativen gesucht. Das Resultat sei ein Auto, das hervorragend auf die Gegebenheiten im Lindlarer Ortskern und die Dörfer außerhalb abgestimmt sei, sagt Scheurer.

Auch eine Hygienestation gehört zur Ausrüstung.

Auch eine Hygienestation gehört zur Ausrüstung.

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So sorgen 290 Pferdestärken und Allrad-Antrieb dafür, dass der 16-Tonner auch über die bergischen Hügel schnell zum Einsatzort kommt. Den vorgesehenen Löschwassertank vergrößerten die Lindlarer auf 2400 Liter Inhalt. „Das zulässige Fahrzeuggewicht gab diese Reserve her, und mit Blick auf die nicht optimale Löschwasserversorgung in einigen Weilern war das auch vernünftig“, erklärt Markus Scheurer, Mitglied der Planungsgruppe.

Den hydraulischen Spreizer zeigt Markus Scheurer.

Den hydraulischen Spreizer zeigt Markus Scheurer.

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Eine echte Besonderheit ist die gleich daneben verbaute Schaumkammer, die 120-Liter Fassungsvermögen hat. Neun Feuerwehrleute finden in dem knallroten Gefährt Platz, drei mehr als im Vorgänger. „Das war uns wichtig, um schon mit dem ersten Abmarsch eine schlagkräftige Einheit an den Einsatzort bringen zu können“, berichtet Hans Peter Scheurer. Vier Sitzplätze seien zudem so konzipiert, dass die Einsatzkräfte bereits auf der Anfahrt ihre Atemschutzgeräte anlegen können. Zwischen langen Leitern, den hydraulischen Rettungsgeräten für Verkehrsunfälle und etlichen Schläuchen verbergen sich hinter den Rollläden aber auch viele kleinere nützliche Gegenstände. In einem Fünf-Liter-Feuerlöscher verwirbelt Luft das Wasser zu einem feinen Nebel, der den Schaden bei kleineren Feuern in Wohnungen möglichst gering halten soll. Eine ganze Kiste ist mit Schornsteinfeger-Utensilien für Brände im Kamin ausgestattet.

Nahe der Hinterachse haben Einsatzkräfte die Möglichkeit, Hände und Gesicht zu waschen und ihre Kleidung zumindest grob von Schmutz zu befreien. Neben einem Wasserhahn, Seife und Papiertüchern steht dort auch ein Druckluftschlauch zur Verfügung.

An diesen Details bemerke man den Wandel beim Stand der Technik und den Unterschied zum Vorgängerfahrzeug, nickt Hans Peter Scheurer. „Dinge, an die damals noch niemand gedacht hat, sind heute vorgeschrieben.“

Bereits Mitte April haben die Mitglieder des Löschzugs das Fahrzeug abgeholt und sich anschließend viele Stunden lang mit der neuen Technik befasst. 350 000 Euro hat die Gemeinde in den Neuling an der Voßbrucher Straße investiert. Die offizielle Übergabe durch Bürgermeister Dr. Georg Ludwig und die Führung der Gemeindewehr erfolgt am kommenden Wochenende und wird mit einem zweitägigen Fest und dem Tag der offenen Tür an der Feuerwache verbunden (siehe Kasten).

Das neue Auto, das mit dem Namen „Lindlar 1 HLF 20“ im oberbergischen Funkverkehr unterwegs ist, stand erst wenige Tage auf der Wache, als es zu seinem ersten Einsatz ausrückte. Gemessen an den Möglichkeiten, die das Fahrzeug bietet, war der allerdings unspektakulär: In Heiligenhoven war ein Baum auf die Straße gestürzt.