Welche Website-Variante möchten Sie nutzen?

Mobile Ansicht Vollansicht
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Ganey-Tikva-Verein gespalten: Neuer Freundeskreis nimmt seine Arbeit auf

Streit mit Partnerschaftsverein1

Ab jetzt hat Bergisch Gladbach zwei Vereine, die sich um die Partnerschaft zu Israel bemühen.

Foto:

Hendrik Stamm

Bergisch Gladbach -

Jetzt ist es soweit: In Gladbach gibt es gleich zwei Organisationen, die sich um die Partnerschaft mit Israel bemühen: den Ganey-Tikva-Verein und – neu gegründet – den Freundeskreis Ganey Tikva. Diese Neugründung ist die direkte Reaktion auf den Streit innerhalb des Ganey-Tikva-Vereins und der Entscheidung von Bürgermeister Lutz Urbach, die Städtepartner für die israelische Kommune ins Bürgermeisterbüro zurückzuholen. Der Freundeskreis will gemeinsam mit Urbach ausschließlich die Städtepartnerschaft fördern. Die Aktivisten des Freundeskreises sind allesamt ehemalige Mitglieder des Ganey-Tikva-Vereins.

Keine Rede von Konkurrenzsituation

Am Gründungsabend wurde von Pfarrer Achim Dehmel nicht lange zurückgeblickt. Beim Ganey-Tikva-Verein habe es eine „Neuausrichtung“ gegeben, die er und andere nicht mittragen konnten. Deshalb sei er der Bitte des Bürgermeisters „sehr gerne“ nachkommen und in Zukunft werde sich der Freundeskreis weiter um die Städtepartnerschaft mit der israelischen Kommune kümmern. Von einer Konkurrenzsituation war auf der Gründungsveranstaltung keine Rede. Der Ganey-Tikva-Verein hätte in seiner neuen Satzung ein Schwergewicht auf die Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland gelegt.

Der Freundeskreis werde sich bemühen, unpolitisch Brücken für die Menschen zu schlagen. Einige Mitglieder des Beit-Jala-Vereins – also der Stadt im Westjordanland – waren bei der Gründungsversammlung anwesend und kündigten eine Zusammenarbeit mit dem neuen Freundeskreis an. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ganey-Tikva-Verein wurde kategorisch ausgeschlossen. Schließlich stehe der Vorwurf im Raum, dass der Beit-Jala-Verein tendenziell antisemitisch eingestellt sei. Ein „unerträglicher Vorwurf“, so Axel Becker vom Beit-Jala-Verein.