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Fluglärm in Rösrath: Massive Kritik an Erweiterungs-Plänen zum Flughafen Köln/Bonn

Die Flugbewegungen und die Lärmbelastung werden von Anwohnern des Flughafens kritisiert.

Die Flugbewegungen und die Lärmbelastung werden von Anwohnern des Flughafens kritisiert.

Foto:

Luhr

Rösrath -

Beim Thema Flughafen und nächtlicher Fluglärm erhitzen sich schnell die Gemüter. Das zeigte sich in der Sitzung des Planungsausschusses, bei dem es um das Planfeststellungsverfahren des Flughafens zum Ausbau ging.

Dabei stehen Rösrather Bürger, Verwaltung und Politik hier auf einer Seite, können und sollen sagen, was ihnen nicht passt an den Plänen. Erstmals überhaupt besteht die Möglichkeit für Kommunen und Bürger, Einwendungen einzubringen. Deswegen waren zur Sitzung auch Mitglieder einer Initiative gegen Fluglärm gekommen.

„Wir glauben nicht, dass es durch die geplanten Erweiterungen mehr Fluglärm geben wird“, sagte der Chefjurist des Flughafens, Volker Steingroß, der die Pläne vorstellte. Hintergrund des Verfahrens ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2014 nach einer Klage von Anwohnern.

Darauf habe der Flughafen sich zu dem Verfahren entschlossen. Beim Urteil ging es um einen Abschnitt, an dem bis zu sechs Flugzeuge ihre Parkposition einnehmen. Er wurde 2007 errichtet, musste im Zuge des Urteils aber stillgelegt werden.

Steingroß erläuterte, durch Ersatzbauten für Hangars und Hallen, eine neue Frachthalle, neue Parkplätze und ein Hotel werde es mehr Lärm auf dem Gelände geben. Da aber An- und Abflugrouten unverändert blieben, werde sich für Rösrath nichts ändern. Ausschussvorsitzender Wolfgang Büscher (CDU) fragte nach neuen Abdrehpunkten der Flugzeuge, wie es „im Kölner Süden gefordert“ werde. Darüber sei in der Fluglärm-Kommission gesprochen worden, so Martin Partsch vom Flughafen. Eine Veränderung durch bloße Verlagerung auf andere Gebiete „habe wenig Chancen“. Groß neu betoniert werden müsse auch nicht, so Steingroß auf eine Frage von Ekkehard Haas (Linke) nach weiterer Versiegelung. Haas machte zudem auf eine bedrohte Wildbienenart aufmerksam.

Nach dem vorliegenden Vorschlag der Rösrather Verwaltung soll der Rat den Flughafen auffordern, die neuen Abstellpositionen „nicht für zusätzliche Passagierflüge während der Nacht zu nutzen“. Zudem solle er die Maßnahmen „mit dem Ziel eines reduzierten Passagiernachtfluges verknüpfen“.

Unmittelbar vor der Sitzung hatte die SPD mit Fraktionschef Dirk Mau einen eigenen sechsseitigen Antrag vorgelegt. Darin heißt es: „Wir lehnen den beantragten Flughafenausbau ab. Er würde zu erheblicher, in den Planunterlagen nicht hinreichend ermittelter/dargestellter Mehrbelastung führen.“

Den Antrag trug Kay Schmahl vor. Er verwies etwa auf die rund 35 Passagierflüge und 80 Frachterbewegungen in der Nacht, zu denen auch große, schubstarke, besonders laute Maschinen gehörten. „Wir rechnen mit der weiteren Zunahme des Verkehrs“, so Schmahl – und damit mit mehr Lärm, auch durch die erwarteten steigenden Passagierzahlen. Bemängelt wurde zudem der fehlende Vergleich mit anderen Flughäfen. So habe Frankfurt, das früher nächtliche Frachtflüge erlaubte, diese komplett gestrichen.

Auf Schmahls Vortrag hatte Ausschussvorsitzender Büscher erklärt, er habe mehr gehört, als im Antrag stehe. Er riet Schmahl, die Einwände als Bürger einzubringen. Dazu gab es erste kritische Bemerkungen des Publikums. Diese wurden lauter, als CDU-Fraktionschef Erhard Füsser die Prognosen mit hohen Steigerungen bezweifelte. Als Füsser erklärte, ohne nächtlichen Frachtverkehr könne der Flughafen nicht existieren, wurde der Unmut lauter.

Im Anschluss gestattete der Ausschussvorsitzende keine Stellungnahme aus dem Publikum. „Wir wollen heute nur Fakten sammeln.“ Er kündigte an, dass es am Montag, 11. Dezember, ab 18.30 Uhr, eine Sondersitzung des Planungsausschusses geben solle allein zu dem Thema Flughafen.


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