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Keine Lösung in Sicht: Der Trampelpfad in Rösrath ist noch immer nicht gesichert

Die ungesicherte Abkürzung über die Landstraße und weiter über den Hang am Bahnhof Rösrath ist bei Schülern populär.

Die ungesicherte Abkürzung über die Landstraße und weiter über den Hang am Bahnhof Rösrath ist bei Schülern populär.

Foto:

Arlinghaus

Rösrath -

Für den Trampelpfad am Bahnhof Rösrath zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. Die vor allem von Schülern genutzte Abkürzung, die von Gleis 2 über einen Hang direkt auf die Bensberger Straße und weiter zum Freiherr-vom-Stein-Schulzentrum führt, ist eine gefährliche Route – darüber sind sich alle Beteiligten einig.

Die ungesicherte Abkürzung über die Landstraße und weiter über den Hang am Bahnhof Rösrath ist bei Schülern populär.

Die ungesicherte Abkürzung über die Landstraße und weiter über den Hang am Bahnhof Rösrath ist bei Schülern populär.

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Arlinghaus

Nicht aber über mögliche Abhilfe. Das zeigt sich nach einem Ortstermin, an dem Vertreter der Stadt Rösrath, des Landesbetriebs Straßen NRW und der Kreispolizei teilnahmen. Zu dem kurzfristig anberaumten Treffen kam es, weil die Diskussion über die Gefahrenstelle in der letzten Woche hochgekocht ist. Das Jugendparlament (Jupa) wies aber bereits 2015 auf das Problem hin. Nach dem Ortstermin stellt die Stadt Rösrath in einer Pressemitteilung fest, dass die diskutierten Lösungsvorschläge nicht zu realisieren seien:

  • Ein Ausbau des Trampelpfads scheide aus, weil er über ein nicht-stadteigenes Grundstück führe und „direkt auf die Fahrbahn der Landstraße“ münde.
  • Eine Ausweitung der am Schulzentrum bereits bestehenden Tempo-30-Zone bis zu der gefährlichen Stelle am Bahnhof sei „rechtlich“ nicht machbar.
  • Aus dem selben Grund weisen die Beteiligten auch die Idee eines Zebrastreifens zurück.

Vor diesem Hintergrund prüfe die Stadt, „ob und wie die illegale Nutzung“ des Trampelpfads unterbunden werden müsse – mit anderen Worten: Sie prüft den Bau eines Zauns. Immerhin empfiehlt die Stadt, bei Busfahrten nicht am Bahnhof, sondern an der Haltestelle Im Frankenfeld auszusteigen – von dort gebe es einen kurzen und direkten Weg zum Schulzentrum. Das scheint praktikabel, ist aber keine Lösung für Schüler, die mit der Bahn kommen.

Das Grundstück des Hangs ist Eigentum von Straßen NRW

SPD-Bürgermeisterkandidat Brian Müschenborn, der sich für die abgelehnten Vorschläge eingesetzt hat und dessen Fraktion zu dem Ortstermin nicht eingeladen war, reagiert entgeistert auf die „lapidare“ Mitteilung der Stadt. „Das ist aberwitzig“, findet er. „Wir waren vor den Kopf gestoßen“, sagt er über die SPD-Fraktion. Die Abkürzung werde seit Jahren genutzt – „und es passiert einfach nichts“. Da sei ein kurzfristig formuliertes Nein nicht angemessen. Die SPD-Fraktion habe beantragt, dass der Planungsausschuss der Stadt in seiner nächsten Sitzung über die „kurz-, mittel- und langfristigen Lösungsmöglichkeiten für die ungesicherte Wegeverbindung“ beraten solle.

Bürgermeister Marcus Mombauer, der die Pressemitteilung der Stadt unterzeichnet hat, zeigt sich auf Anfrage aufgeschlossen für den SPD-Antrag. „Das ist so ärgerlich“, sagt er zu der Absage an die Vorschläge von Jupa und anderen Bürgern. „Das Sagen hat Straßen NRW – ich kann nur Bitte sagen“. Das Grundstück des Hangs sei Eigentum von Straßen NRW, bei den Kosten für einen befestigten Weg sei die Stadt trotzdem ansprechbar: „Es darf nicht am Finanziellen scheitern.“

Auch Timo Stoppacher von der Pressestelle bei Straßen NRW lässt auf Nachfrage erkennen, wie Lösungsansätze für die Situation aussehen könnten. „So lange es kein Weg ist, kann man nichts machen“, sagt er zu dem Trampelpfad. Es fehle auch ein Bürgersteig am Ende. Würden ein befestigter Weg und ein Bürgersteig geschaffen, „dann könnte man darüber nachdenken“ – also über eine Sicherung des Überwegs.

Beim Bau eines befestigten Wegs anstelle des Trampelpfads sei Straßen NRW offen: „Wenn die Kommune auf uns zukommt, können wir darüber sprechen.“ Auch das Nein zu Tempo 30 aus „rechtlichen“ Gründen scheint nicht unumstößlich: „Um das Tempo auf der Landstraße einzuschränken, braucht man besondere Gründe.“ Ein Unfall an der Gefahrenstelle sei aber keine zwingende Voraussetzung.