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Rathaus-Anbau in Brühl: Schadstoff-Fund verzögert den Abriss

Der Abriss des Rathaus-Anbaus am Steinweg verzögert sich, weil Schadstoffe im Gebäude gefunden wurden.

Der Abriss des Rathaus-Anbaus am Steinweg verzögert sich, weil Schadstoffe im Gebäude gefunden wurden.

Foto:

Wolfram Kämpf

Brühl -

Der Abriss des Rathaus-Anbaus am Brühler Steinweg verzögert sich. Ursprünglich hätten die Arbeiten bereits vor einigen Tagen beginnen sollen, doch während der Entkernung stellte sich heraus, dass das Gebäude stärker mit Schadstoffen belastet ist als zuvor angenommen. In Bodenbelägen und in der Wandverkleidung des Treppenhauses stieß man auf Polychlorierte Biphenyle (PCB) und auf Asbest.

PCB sind organische Chlorverbindungen, die bis in die 80er Jahre hinein unter anderem als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet wurden. Sie gelten ebenso wie Asbest, dessen Einsatz in Baumaterialien vor allem dem Brandschutz diente, als krebsauslösend.

Arbeiten werden dadurch langwieriger und teurer

Im Rathaus-Anbau entfalteten diese Schadstoffe bisher keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen. Beim bevorstehenden Abriss wären sie jedoch freigesetzt worden, was nun verhindert werden muss, indem man die betroffenen Bauteile in speziellen Verfahren abträgt und entsorgt. Die Arbeiten werden dadurch langwieriger und teurer.

„Selbstverständlich wurde das Gebäude zur Vorbereitung der Auftragsausschreibung bereits auf mögliche Schadstoffe von einem Gutachter inspiziert, der auch Stichproben nahm und untersuchte“, erläuterte Bürgermeister Dieter Freytag. „Diese Proben, die im Rahmen des noch laufenden Betriebs genommen werden mussten, ließen auf nur vereinzelte Stellen mit geringen Schadstoffbelastungen schließen.“

Dann habe man wie üblich kurz vor Beginn der Entkernung erneut Untersuchungen vorgenommen. „Bei den Probeentnahmen, die im leeren Gebäude weitaus intensiver und umfangreicher durchgeführt werden konnten, stellte sich nun ein erhöhter Bedarf der Entsorgung belasteter Gebäude- und Einrichtungsteile heraus“, hieß es nun aus der Stadtverwaltung.

In einigen Tagen kann Begonnen werden

Gemeinsam mit dem Unternehmer haben die Projektverantwortlichen nun die notwendigen Zusatzarbeiten besprochen und verhandelt. In einigen Tagen kann nun mit der Entsorgung der Schadstoffe begonnen werden.

Der Abriss des Gebäudes verzögert sich dadurch voraussichtlich um vier Wochen. „Der Abriss kann dennoch wie geplant noch dieses Jahr vorgenommen werden“, erklärte Freytag. Der Aufbau der Bohrpfahlwand muss allerdings auf das kommende Jahr verschoben werden, weil die Baustelle während des Weihnachtsmarkts ruhen soll.

„So ärgerlich die Verzögerung gleich zu Beginn auch ist, bestätigt dies unsere vorausschauende Einplanung eines Puffers im Zeitplan des Projekts“, sagte Freytag. „Durch die großzügige Terminplanung werden wir keine Auswirkungen auf den Start der Baumaßnahme haben.“ Freytag zeigte sich zuversichtlich, dass die Bauarbeiten für den Neubau des Rathaus-Anbaus im Herbst kommenden Jahres beginnen können.