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Erftstädter Immobilienausschuss
Neubau für unbegleitete junge Flüchtlinge

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Jahrelang war das Grundstück an der Herriger Straße ungenutzt und wurde vor allem als  Hundeklo missbraucht.

Erftstadt-Lechenich – Auf dem schmalen Grundstück  zwischen Lidl-Parkplatz und Herriger Straße, das 463 Quadratmeter misst, soll ein zweistöckiger Neubau plus Staffelgeschoss  entstehen,  in dem unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge untergebracht und dort auch betreut werden. Das beschloss der Betriebsausschuss Immobilien in nichtöffentlicher Sitzung. Der Kaufpreis für das Areal beträgt 70.000 Euro.

Investor ist die  Firma „Eigenheimbau Erftstadt Z & Z GmbH & Co. KG“. Den architektonischen Entwurf dafür liefert das Büro  Zepp. Die Stadtverwaltung hatte den Vorschlag und das Konzept  befürwortet, da es gerade bei der Unterbringung von minderjährigen Asylsuchenden ohne Begleitung dringenden Wohnungsbedarf gebe.

Für das Grundstück gab es  einen weiteren Bewerber. Architekt Stefan Kolter präsentierte einen Entwurf für ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Gelände am Ortseingang von Lechenich. Auch ein benachbartes Unternehmen hatte Interesse am Grundstück bekundet, um dort Parkplätze für seine Kundschaft anzubieten.  Die FDP hatte sich im Ausschuss als einzige Fraktion der Stimme enthalten. Sie betonte zwar, grundsätzlich das Nutzungskonzept zu begrüßen. Zumal auch soziale Kontrolle der Bewohner gewährleistet sei und für die  Betreuungskräfte  Arbeitsplätze vor Ort geschaffen würden.

Intransparenz bemängelt

Allerdings seien die Begleitumstände im Vorfeld der Grundstücksveräußerung intransparent gewesen. Denn das Areal sei in der Liste möglicher Standort für Flüchtlingsunterkünfte zuvor nie erwähnt worden. Kritik gab es  auch von der SPD. Die entsprechende Verwaltungsvorlage sei, wie viele andere auch, nachträglich auf die Tagesordnung gekommen, was keine  angemessene Vorberatung ermöglicht habe . Zudem gebe es bei dem Projekt durchaus noch Klärungsbedarf im Detail. Nach wie vor lasse die Verwaltung ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Unterbringung von Flüchtlingen vermissen, rügt die SPD.

Die geplante Bebauung des Grundstücks in exponierter Ortslage wurde  auch von der „Baumkommission Erftstadt“ unter Leitung des Landschaftsarchitekten Peter Smeets diskutiert. Hier zeichnete sich ein klares Meinungsbild  ab, das Areal lieber zu begrünen. Renate Wintz (FDP) schlug vor, einen großen Baum als Blickfang zu setzen. Claudia Siebolds (SPD) riet dazu, vor einer endgültigen Entscheidung sorgfältig zwischen Bebauung und Begrünung abzuwägen. Vieles spreche für eine Bepflanzung, so Siebolds. Kommissionsmitglied Heinz Küpper riet zu einem Ortstermin gemeinsam mit den Fraktionen, um das interessante Grundstück bestmöglich im Interesse der Allgemeinheit zu nutzen.

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