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Vorrang für Hürther Familien: Hauptausschuss beschließt Richtlinie für Grundstücke

Baugrundstücke sind knapp, die Nachfrage hoch. Hier an der Heinrich-Imig-Straße in Gleuel hat die katholische Kirche die Grundstücke per Erbpacht vergeben.

Baugrundstücke sind knapp, die Nachfrage hoch. Hier an der Heinrich-Imig-Straße in Gleuel hat die katholische Kirche die Grundstücke per Erbpacht vergeben.

Foto:

Engels

Hürth -

Bei der Vergabe städtischer Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser sollen künftig  Hürther Familien noch stärker als bisher schon zum Zuge kommen. Das sehen die neu gefassten Richtlinien zur Veräußerung von städtischen Grundstücken vor, die der Hauptausschuss einstimmig beschlossen hat. Allerdings hat die Stadt derzeit nur wenige Baugrundstücke zu vergeben.

Vergabe nach Punktekatalog

Bauland ist knapp in Hürth. Gleichzeitig gibt es eine hohe Nachfrage auch aus den Nachbarkommunen. Damit einheimische Häuslebauer nicht von zahlungskräftigen Zuzüglern aus dem Umland verdrängt werden, verkauft die Stadt ihre Grundstücke für den Bau von selbst genutzten Häusern bereits seit 2015 nicht mehr an den meist bietenden Interessenten. Vergeben werden die Grundstücke vielmehr nach einem Punktekatalog.

Punkte sammeln können Bewerber, wenn sie mindestens fünf Jahre lang  in Hürth wohnen, Kinder im Haushalt leben oder ein Familienmitglied eine Behinderung hat oder pflegebedürftig ist.

Nach der neuen Vergabeliste bekommen auch Bewerber Punkte, die in der Vergangenheit einmal für einen längeren Zeitraum ihren Hauptwohnsitz in Hürth hatten und nun zurückziehen wollen. „Viele Hürther, die die Heimat für Ausbildung oder Studium verlassen haben und nun wieder  in die Nähe ihrer Familie oder Freunde ziehen wollen, wurden bislang nicht berücksichtigt“, so Bürgermeister Dirk Breuer. „Die Richtlinie dient dazu, dass Hürther Familien mit vielen Kindern ein Stück weit voraus sind im Vergleich zu Leuten, die keinen Bezug zu Hürth haben.“

Familien wieder zusammenzuführen

Der CDU-Stadtverordnete Rüdiger Winkler betonte, dass die neuen Vergaberichtlinien dabei helfen könnten, „Familien wieder zusammenzuführen“. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Friederike Seydel erklärte  zwar, dass „Grüne sehr offen gegenüber Fremden“ seien. Da die Richtlinien aber nur für den Verkauf von städtischen und nicht für private Grundstücke gelten würden, stimme sie zu.

Auch der SPD-Stadtverordnete Michael Kleofasz befand, die Neufassung sei „grundsätzlich zu begrüßen“. Er regte aber an, dass auch derjenige Bauherr Punkte erhalten solle, der im Gegenzug eine der knappen  Sozialwohnungen freimache. Der Ausschuss stimmte einer entsprechenden Ergänzung der Vergaberichtlinien zu. Angewendet werden die Richtlinien zunächst beim Verkauf der städtischen Baugrundstücke im Neubaugebiet Efferen-West. Dort stehen nach Angaben von Hans Marx, Leiter des Liegenschaftsamts, insgesamt 27 Baugrundstücke mit Flächen von 313 bis 787 Quadratmetern zum Verkauf. Weitere Baugrundstücke hat die Stadt derzeit nicht im Angebot.