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Rettungshubschrauber im Einsatz: Autofahrer rast in Schulbus – 26 Kinder an Bord

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Die Straße war während der Unfallaufnahme komplett gesperrt.

Foto:

Ralf Rohrmoser-von Glasow

Ruppichteroth -

Für 26 Kinder und Jugendliche aus Ruppichteroth endete die Fahrt zur Schule am Donnerstagmorgen in einem schweren Unfall. Elf Menschen wurden   dabei verletzt, einer davon schwer.   Ein 36 Jahre alter Autofahrer aus Eitorf war auf der Landstraße 86 am Ausgang des Derenbachtals  nahezu ungebremst auf das Heck des Schulbusses aufgefahren. Der Mann wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der freiwilligen Feuerwehr aufwendig befreit werden.

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Die Schulkinder wurden von den Einsatzkräften im Bus betreut.

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Ralf Rohrmoser-von Glasow

Gegen 7.20 Uhr bog der 32 Jahre alte Busfahrer mit seinem gelben Gefährt von der Kreisstraße 17 nach rechts ab, sein Ziel war das Antonius-Kolleg in Neunkirchen-Seelscheid. Wie Zeugen der Polizei berichteten, näherte sich aus Eitorf kommend ein BMW mit hoher Geschwindigkeit der Kreuzung. Der Bus war schon abgebogen auf die Straße in Richtung Hänscheid und Schönenberg, als der Wagen sich unter das Heck schob. Die Front des Pkw wurde deformiert, der 36-Jährige hinter seinem Steuer eingeklemmt. Das Auto schleuderte nach links an den Fahrbahnrand und  blieb dort vor einer steilen Böschung liegen.

Eingeklemmten befreit

Ersthelfer betreuten den  schwer verletzten Fahrer, der die ganze Zeit über ansprechbar war, und alarmierten Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei. Die Schulkinder blieben im Bus sitzen. Zwei von ihnen, die auf der Rückbank gesessen hatten, erlitten leichte Verletzungen, ebenso der Busfahrer. Diese  drei wurden später mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Die 22 Wehrleute unter Leitung von Gemeindebrandinspektor Kai Willach betreuten in Absprache mit dem Eitorfer und Siegburger Notarzt zunächst den schwer verletzten Autofahrer.

Die Einsatzkräfte  schnitten  mit  schwerem hydraulischen Gerät   die Türen weg und entfernten das Dach. Mit einem Rettungszylinder drückten sie die Front nach vorne, nachdem sie den Wagen im Ganzen angehoben hatten. So schafften sie sich Platz, um den Mann patientenschonend herausheben zu können. In einem Rettungswagen wurde er zunächst stabilisiert  und dann zum Rettungshubschrauber „Christoph 3“ gefahren, der ihn  in eine Klinik nach Köln flog. Parallel dazu löste die Feuer- und Rettungsleitstelle einen so genannten MANV-Alarm  aus, einen Massenanfall von Verletzten. Denn es war nicht abzusehen, wie viele der Businsassen durch den schweren Unfall verletzt worden waren. Sieben Rettungswagen, vier Notärzte und der Organisationsleiter Rettungsdienst kamen zum Unfallort.

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Der Autofahrer musste aus seinem Auto befreit werden.

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Ralf Rohrmoser-von Glasow

Auch ein Mitglied des PSU-Teams (psychosoziale Unterstützung) eilte nach Ruppichteroth, um die Jugendlichen zu betreuen. Zwei 16 Jahre alte Schüler stiegen in zwei Rettungswagen, die sie zur Kinderklinik nach Sankt Augustin fuhren. Ein Ersatzbus brachte die anderen zum Antonius-Kolleg. Im Laufe des Tages meldeten sich sieben weitere junge Patienten mit Beschwerden, die zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht wurden. Die K 17 und die L 86  blieben bis etwa 9.50 Uhr gesperrt. Polizisten leiteten den Verkehr um. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 30.000 Euro.