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Kind war Zeuge: Mutter soll 42-Jährigen mit Messer angegriffen haben

Symbolbild

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dpa

Bonn/Niederkassel -

Die Bluttat geschah vor den Augen der kleinen Tochter: Das achtjährige Kind musste miterleben, wie seine Mutter mit einem Küchenmesser auf den Vater einstach.

Davon jedenfalls geht die Bonner Staatsanwaltschaft aus, die die 41 Jahre alte Hausfrau jetzt wegen versuchten, heimtückischen Mordes sowie gefährlicher Körperverletzung angeklagt hat.

Demnach soll die Mutter von zwei gemeinsamen Kindern am frühen Abend des 2. Januar 2018 ihren Ehemann bereits mit einem mörderischen Plan erwartet haben.

Laut Anklage trug sie unter ihrem Morgenmantel ein Küchenmesser versteckt, als der 42-Jährige gegen 18.30 Uhr von der Arbeit heimkehrte.

Überraschende Attacke

Der Angriff seiner Frau kam, wie Gerichtssprecher Dr. Tobias Gülich am Freitag mitteilte, vollkommen unerwartet. Laut Anklage waren die Eheleute gerade hintereinander auf dem Weg ins Schlafzimmer, als die Frau sich plötzlich umdrehte, das 17 Zentimeter lange Messer aus dem Mantel zog und zustach.

Zweimal traf sie ihn tief: Ein Stich in den Bauch verletzte den Dünndarm, ein zweiter Stich in den Brustraum verfehlte die Lunge nur knapp.

Ehemann konnte sich noch befreien

Laut Anklage wollte die 41-Jährige noch weiter zustechen, aber dem Ehemann war es gelungen, seine Frau nach einem heftigen Gerangel zu entwaffnen. Anschließend lief er auf den Balkon und setzte einen Notruf ab. In der Uniklinik musste er notoperiert werden.

Die Ehefrau war sofort im Keller des Hauses verschwunden, bis die Polizei eintraf und sie dort festnahm. Sie soll keinen Widerstand geleistet haben. Seitdem sitzt die 41-Jährige in Untersuchungshaft.

Tochter bewusstlos geschlagen?

Die fast tödliche Messerattacke soll mittags bereits ein gewalttätiges Vorspiel gehabt haben, so die Anklage: Weil ihre beiden Töchter sich stritten, soll die Mutter die Ältere mit einer Vase bewusstlos geschlagen haben. Als die 17-Jährige wieder zur Besinnung gekommen war, hatte sie sofort den Vater angerufen und war danach von ihren Großeltern abgeholt worden.

Die Angeklagte hatte in ihrer ersten Vernehmung erklärt, dass sie immer ein Messer bei sich trage, um sich vor ihrem Ehemann zu schützen. Der 42-Jährige habe sie wiederholt geschlagen und beleidigt. Die Ermittler jedoch halten dies für eine Schutzbehauptung; es gebe keinerlei Hinweise auf Gewalt in der Ehe.

Der Prozess soll im Sommer vor dem Bonner Schwurgericht starten. Ob die achtjährige Tochter als unmittelbare Augenzeugin des Verbrechens gehört wird, steht noch nicht fest.