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Stadtmuseum: Museumscafé in Siegburg eröffnet wieder

Auch wenn’s vor ein Tagen noch nicht danach aussah: An diesem Samstag eröffnet Alisa Wenigmann ihr „Muca“ im Stadtmuseum.

Auch wenn’s vor ein Tagen noch nicht danach aussah: An diesem Samstag eröffnet Alisa Wenigmann ihr „Muca“ im Stadtmuseum.

Foto:

Quentin Bröhl

Siegburg -

Eine Frau will nach oben: Kaum hat sie ihr BWL-Studium absolviert, startet Alisa Wenigmann durch. Von Null auf 100, von der „Aushilfskraft“, wie sie sagt, zur Restaurantchefin.

An diesem Samstag macht Alisa Wenigmann, gerade mal 26 Jahre jung, die Tür zum Museumscafé im Stadtmuseum wieder auf. Mehrere Wochen war das „Muca“, wie die junge Chefin verkürzt ihr Restaurant nennt, geschlossen.

Auch weil nach 20 Jahren eine gründliche Sanierung und Renovierung anstand, betont Architekt Hartmut de Corné. Er hatte damals den Umbau des Geburtshauses von Engelbert Humperdinck zum Museum und vor zwei Jahren den Zusammenschluss mit der Stadtbücherei geplant, jetzt zeichnet er fürs neue Outfit des Muca verantwortlich, das sich nunmehr nahtlos ins Gesamtkonzept fügt.

Holz und warme Farbtöne

Vor ein paar Tagen wurde noch gehämmert und gestrichen, wurden Lampen installiert und Türklinken poliert, doch war schon zu erahnen, was die ersten Gäste, die für Punkt 10 Uhr gebucht haben, erwarten wird. Holz und warme Farbtöne, von einer intimen Beleuchtung in Szene gesetzt, geben dem Café eine schummrige Atmosphäre, zu der auch die neue, gepolsterte Bank beiträgt, die sich an der Wand zur Marktseite hin erstreckt. Auffallend sind das schicke Weinregal und die neue Theke mit Vitrine, in der Wenigmann Delikatessen präsentieren will. Dahinter steht ihr Prunkstück: „Der Ferrari unter den Kaffeemaschinen“, sagt die Chefin stolz. Acht Jahre hat sie, die mit ihrer „besten Freundin“ in Köln wohnt, im Museumscafé gejobbt, nebenbei Betriebswirtschaftslehre studiert und „immer davon geträumt“, den Laden irgendwann einmal zu übernehmen. Als der Pächterwechsel anstand, ist sie ins kalte Wasser gesprungen. Und jetzt fiebert sie ihrem Debüt entgegen.

Was sie kann, muss sie ihren Gästen nicht beweisen. Sie hat in all den Jahren nicht nur gekellnert, sondern auch am Küchenherd gestanden. So soll es bleiben: Hier kocht die Chefin. Jeden Mittag soll’s eine neue Tageskarte geben mit frischen Salaten und verschiedenen Quiches. Auch vegane Speisen will sie anbieten und selbstredend Frühstück in allen Variationen. Das alles „zu erschwinglichen Preisen“, verspricht die Newcomerin in der Siegburger Gastroszene.

Fürs Wohlfühlflair hat indes de Corné gesorgt – in enger Zusammenarbeit mit der Chefin. „Wovon träumen die Menschen im Restaurant?“ lautete die Fragestellung und „von Urlaub, Erlebnissen, Begegnungen und gutem Essen“ die Antwort. Letzteres soll sich auf den Tischen wiederfinden, die Erinnerungen an den Wänden, die der Architekt, ähnlich wie er es in der Rhein-Sieg-Halle praktiziert hat, mit Schwarz-Weiß-Fotografien dekorieren will.

Zudem wird das kleine Café um ein offenes Entree, das Vorhänge hervorheben sollen, ins Museumsfoyer hinein erweitert. Bis zum Frühjahr soll auch noch die Außengastronomie neu gestaltet werden. Die geschwungene Fensterfront zum Museumsforum will de Corné für Plakate nutzen, die an die herausragenden Siegburger Ausstellungen, etwa von Picasso, Harald Naegeli oder Armin Müller-Stahl, erinnern.

Allenfalls die Vitrinen mit dem Souvenir-Krimskrams trüben dann noch die architektonische Transparenz, die sich vom Foyer durch das Forum bis zur Stadtbücherei erstreckt.