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Brand in Swisttal: Feuer in Müllverwertungsanlage – Rauchsäule weit sichtbar

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Die brennende Müllverwertungsanlage.

Foto:

Meike Böschemeyer

Swisttal-Ollheim -

Es war eine lange Nacht für die Freiwilligen Feuerwehren aus Swisttal. Erst am Sonntagmittag konnten sie ihre Gerätschaften auf dem Gelände der Müllverwertungsanlage Hündgen einsammeln und abrücken. Für Christian Klein, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Swisttal, steht fest: „Es war einer der größten und schwersten Brände der vergangenen Jahre.“ Verletzt wurde jedoch niemand.

Das Feuer war aus bisher noch nicht geklärter Ursache am Samstagnachmittag gegen 16.45 Uhr auf dem Außengelände des Unternehmens ausgebrochen. Vor allem Plastik- und Papiermüll, der lose lag, aber auch zu dicken festen Ballen gepresst war, brannten.

Schon bei der Anfahrt konnten die Feuerwehrleute die schwarze dicke Rauchfahne sehen. „Wir haben dann sofort das Personal aufgestockt“, berichtete Klein. Beim Näherkommen seien auch meterhohe Flammen deutlich zu erkennen gewesen. Wenig später wimmelte es an der Einsatzstelle von Freiwilligen Feuerwehrleuten und Sanitätern. Annähernd 100 Einsatzkräfte nahmen unter der Leitung von Gemeindebrandinspektor Paul Buhl den Kampf gegen die Flammen auf.

Über mehrere Drehleitern, aber auch aus Löschkanonen prasselten rund 2000 bis 3000 Liter Wasser pro Minute auf das Feuer, das auf einer Fläche von rund 1800 Quadratmetern wütete. Das Wasser bezogen die Einsatzkräfte zum Teil aus dem Löschwasserteich des Unternehmens, zum Teil aber auch aus zwei Hydranten in 200 und 500 Metern Entfernung.

Feuerwehr mit Messfahrzeugen unterwegs

Die Rauchwolke war bis Frechen, Pulheim und Sankt Augustin gut zu sehen. Wegen der vielen Schaulustigen musste zwischenzeitlich eine nahe Kreisstraße gesperrt werden. Über die Warn-App Nina wurde zudem die Bevölkerung in Ollheim, Dünstekoven und Miel aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen und Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten.

Pausenlos fuhren bis in den Abend hinein Messfahrzeuge der Feuerwehr die Umgebung ab, um die Schadstoffe in der Luft zu messen. Am Abend dann ein erstes Aufatmen: Das Feuer war unter Kontrolle, ein Übergreifen der Flammen auf die Verarbeitungshallen konnte verhindert und Schadstoffe konnten keine bei den Messungen in der Luft festgestellt werden. Klein: „Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.“

„Die Löscharbeiten greifen“, konnte auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Markus Zettelmeyer gegen 19 Uhr bestätigen. Die anfangs fast schwarze Rauchwolke war deutlich kleiner und heller geworden. Allerdings prognostizierte auch er den Einsatzkräften eine lange Nacht. Vor Ort war auch Kerstin Wicke von der Gemeinde Swisttal, um ihren Feuerwehrleuten zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen. Denn aus war das Feuer noch lange nicht.

Um die Freiwilligen Feuerwehrleute vor Ort zu entlasten, wurden gegen 23 Uhr die Löschtrupps ausgetauscht. Bei Einbruch der Nacht fuhren dann Radlader vor. Einzeln musste jetzt jeder Müllballen auseinandergepflückt werden, um die darin lodernden Brandnester abzulöschen.

Gegen fünf Uhr am Sonntagmorgen in der Frühe erfolgte laut Klein, der immer noch vor Ort war, erneut ein Austausch der Einsatzkräfte. „Wir haben die Kollegen zurückgeholt, die über Nacht zu Hause waren“, so Klein.

Zur Versorgung der Einsatzkräfte mit Essen waren auch der Malteser Hilfsdienst und das Deutsche Rote Kreuz zur Einsatzstelle ausgerückt.

Die Untersuchung zur Brandursache hat inzwischen die Kriminalpolizei übernommen. Ergebnisse liegen bisher aber noch keine vor.