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FC verliert in Belgrad: Kölns schwacher Abschied aus Europa – Pyro-Eklat vor Anpfiff

FC-Chaoten BElgrad

Einige FC-Hooligans zündeten in Belgrad Pyrotechnik.

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dpa

Belgrad -

Es gibt sicherlich einfachere Aufgaben für ein Trainer-Debüt. Im Hexenkessel von Belgrad, dem „Marakana“, musste der 1. FC Köln mit seinem neuen Interimstrainer Stefan Ruthenbeck nicht nur bestehen, sondern mit dem allerletzten Aufgebot für den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League auch noch gewinnen. Diese Aufgabe war zu groß für das abgeschlagene Schlusslicht der Bundesliga. Im Spiel eins nach Peter Stöger, in dem Fan-Chaoten auf Kölner Seite für unschöne Szenen sorgten, unterlag der FC trotz mehr Spielanteilen mit 0:1. Das Abenteuer Europa ist beendet. Hoffentlich warten die Kölner nicht wieder 25 Jahre auf ein neues. Und 46.000 Belgrader sangen auf Deutsch „auf Wiedersehen“.

In besserer Besetzung wäre für die Kölner mehr drin gewesen. Roter Stern, das bereits das Hinspiel glücklich mit 1:0 gewonnen hatte, ist keine Ausnahme-Mannschaft, sondern ein Durchschnitts-Team. Das nun aber eine Runde weiter ist. Und auch das Marakana kochte nur zu Beginn und nach dem einen Treffer, der zum entscheidenden wurde

1. FC Köln mit dem letzten Aufgebot

Der FC trat wirklich mit dem letzten Aufgebot an. Nur 16 statt der erlaubten 18 Spieler waren wegen der immensen Verletzungssorgen nach Belgrad gereist. Ein Blick auf die Bank sagte alles über die Personalnot aus, denn dort nahmen nur zwei Profis Platz: Ersatztorwart Thomas Kessler und Lukas Klünter. Dazu kamen die Nachwuchsspieler Anas Ouahim, Birk Risa und Ismail Jakobs. Offensiv wollte es Ruthenbeck angehen, denn Christian Clemens, Yuya Osako und Sehrou Guirassy waren offiziell als Stürmer nominiert.

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Slavoljub Srnic (links) feiert seinen Treffer, der FC guckt in die Röhre.

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AP

Vor dem Anpfiff beim Einmarsch der Spieler zeigten aber erstmal einige der rund 5300 mitgereisten Kölner Fans, die sich in weiße Umhänge gehüllt hatten, ihr hässliches Gesicht. Chaoten des bereits von der Uefa verwarnten Vereins zündeten in der völlig überfüllten Gästekurve bengalische Feuer, einige warfen sogar Leuchtraketen in den benachbarten Block.

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Kurz vor Spielbeginn: FC-Fans zünden Pyrotechnik.

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REUTERS

Und auf Höhe der Mittellinie wurden sogar fast ein Einlaufkind und die Kölner Spieler Frederik Sörensen und Milos Jojic getroffen. Die kamen zwar mit dem Schrecken davon, eine Bestrafung durch die Uefa sollte dem FC trotzdem sicher sein. Eine Strafe war zur Bewährung ausgesetzt, jetzt wird es wohl eine Sperre für die Anhänger von zwei Spielen geben – wann immer die auch stattfinden. Und das stachelte die Chaoten auf der anderen Seite an, auch die warfen eine Rakete in den Kölner Bereich.

Milos Jojic mit der besten Chance

Dass auch Fußball gespielt wurde, ging bis zur 15. Minute beinahe unter. Dann hatten die zu Beginn besseren Gäste nach einem sehenswerten Zuspiel von Yuya Osako durch den ehemaligen Partizan-Spieler Jojic die erste bessere Chance. Seinen Schuss parierte aber Belgrads Torwart Borjan.

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Jannes Horn (rechts) verliert das Kopfballduell gegen Slavoljub Srnic.

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AP

Sieben Minuten später brannte auch die Belgrader Kurve – und zwar beim Torjubel. Krsticic hatten einen starken Pass in die Tiefe auf Rodic gespielt. Der spurtete los, passte scharf nach innen auf Srnic, der sofort abzog und Timo Horn keine Chance ließ. Erste Chance, sofort ein Treffer – das nennt man effizient. Die Gäste ließen sich davon aber nicht entmutigen, ihre Spielanlage war die bessere und durch ihren Gefährlichsten, Jojic, kamen sie auch zu Schuss-Chancen. Aber der FC war nicht zwingend genug.

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Slavoljub Srnic (r.) traf zum 1:0 für Belgrad.

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REUTERS

Zu Beginn der zweiten Halbzeit brannten erneut Bengalos im Kölner Block, Böller explodierten. Auf dem Platz hatte der FC erneut mehr vom Spiel, rannte sich allerdings zu oft fest. Die Partie plätscherte mehr oder weniger vor sich hin, die Stimmung flaute ab – dafür spielten die Hausherren auch zu behäbig. Am Ende durften sie aber doch jubeln. Und die Kölner reisten mit der 15. Pflichtspielniederlage der Saison im Gepäck nach Hause.

Roter Stern Belgrad: Borjan - Stojkovic, Le Tallec, Savic, Rodic - Jovicic (64. Pesic), Donald - Srnic (81. Gobeljic), Kanga (89. Racic), Krsticic - Boakye. 1. FC Köln: T. Horn - Olkowski (65. Klünter), Sörensen, J. Horn, K. Rausch - Jojic, M. Lehmann, S. Özcan - Clemens (71. Ouahim), Osako, Guirassy. Schiedsrichter: Bobby Madden (Schottland). – Zuschauer: 51.100. Tor: 1:0 Srnic (22.).