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„Ein massiver Einschnitt“FC-Vize Alvermann kritisiert neue DFB-Regelung zu Stadionverboten

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FC-Vizepräsident Jörg Alvermann spricht auf einer Pressekonferenz. Präsident Jörn Stobbe hört ihm zu.

FC-Vizepräsident Jörg Alvermann hat sich zu einer neuen DFB-Regelung kritisch geäußert.

Der DFB will Stadionverbote zentral steuern. Der 1. FC Köln kritisiert die Pläne und fürchtet um seine Autonomie.

Der Deutsche Fußball-Bund plant eine zentrale Steuerung von Stadionverboten. Der 1. FC Köln bewertet die neue Regelung kritisch und sorgt sich um sein Mitspracherecht bei diesen Entscheidungen.

Neue Richtlinien zur Verhängung von Stadionverboten, die das DFB-Präsidium Ende Mai 2026 beschlossen hat, führen jetzt zu den Diskussionen. Kernpunkt ist die Schaffung einer „Zentralen Aufsichts- und Überprüfungsstelle Stadionverbote“ (ZAÜS) direkt beim Verband. Diese soll ab dem 1. Juli für einheitliche Standards bis in die vierte Liga sorgen. Bei etlichen Vereinen stößt dieses Vorhaben jedoch auf Besorgnis, da sie befürchten, die neue Instanz könnte ihre Entscheidungen übergehen, vor allem wenn sie sich gegen ein Verbot aussprechen.

1. FC Köln pocht auf Entscheidungshoheit

Der Neuregelung war in den zurückliegenden Monaten erheblicher Druck von politischer Seite auf DFB und DFL vorausgegangen. Bei einem Sicherheitsgipfel Ende 2024 hatten Innenpolitiker kritisiert, dass einige Vereine bei der Verhängung von Verboten zu nachlässig seien. DFL-Statistiken vom Dezember 2025 zeigten, dass zu diesem Zeitpunkt sieben Vereine der ersten beiden Ligen kein einziges wirksames Stadionverbot ausgesprochen hatten. Auch die Einführung personalisierter Tickets wurde diskutiert, was bei vielen Fans und Klubs auf Ablehnung stieß.

Jörg Alvermann, Vizepräsident des 1. FC Köln, würdigte zwar, dass der DFB in den Verhandlungen weitreichendere Forderungen wie personalisierte Tickets abwehren konnte. Gleichzeitig äußerte er gegenüber „Express.de“ aber auch deutliche Kritik an den neuen Plänen.

„Wir sehen einige Punkte der neuen Richtlinien kritisch“, so Alvermann. „Für den 1. FC Köln ist entscheidend, dass die Entscheidungskompetenz und das Ermessen weiterhin zwingend bei der lokalen Stadionverbotskommission vor Ort liegen müssen. Ein Stadionverbot ist für Fußballfans ein massiver Einschnitt. Daher darf es keine pauschalen Kollektivstrafen geben. Jeder Fall muss individuell und mit Augenmaß geprüft werden. Ein Eingreifen der neu geschaffenen zentralen Fachaufsicht darf in der Praxis wirklich nur die absolute Ultima Ratio sein.“

Dem aus der Politik stammenden Vorwurf, Vereine würden ihr Hausrecht zu lasch handhaben, widerspricht man beim FC entschieden. Kevin Brandenburg, Bereichsleiter für Fußball- und Fankultur, erklärte: „Für unseren Standort in Köln erwarten wir durch die Neuregelungen keine grundlegende Verschärfung der bisherigen Praxis, da wir mit dem sensiblen Instrument der Stadionverbote bereits in der Vergangenheit sehr verantwortungsvoll umgegangen sind.“

Brandenburg übte ebenfalls Kritik an den Details der neuen Richtlinien. „Es gibt Vorgaben in der neuen Richtlinie, die aus Fansicht deutlich übers Ziel hinausschießen“, sagte er. „Dass beispielsweise ein Stadionverbot auf Bewährung nur noch für Jugendliche und Heranwachsende als Ausnahmeregelung möglich sein soll, nimmt uns als Klub wichtige pädagogische Handlungsspielräume. Unser Anspruch bleibt es, Sicherheit, Verhältnismäßigkeit und Akzeptanz bei diesem Thema gleichermaßen im Blick zu behalten.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.