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Transferfenster: Armin Veh hat Spieler für den 1. FC Köln im Visier

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FC-Geschäftsführer Armin Veh

Foto:

Eduard Bopp

Palma de Mallorca -

Das Wintertransferfenster steht offen, doch hat das beim 1. FC Köln zuletzt keine allzu große Rolle gespielt, da Anthony Modestes Rückkehr seit bald zwei Monaten Transfertheater genug bedeutet. Allerdings schließt FC-Geschäftsführer Armin Veh nicht aus, dass die Kölner noch in diesem Winter neues Personal präsentieren. „Die Frage stellt sich ja immer, weil es ein andauernder Prozess ist“, sagte Veh im Trainingslager auf Mallorca zum Thema Kader-Anpassungen: „Wenn drei Mann auf der Sechs ausfallen, kann es das Gedankenspiel geben, dass man etwas macht. Diese Situation ist ja nicht über Wochen entstanden, sondern innerhalb weniger Tage. Darauf müssen wir reagieren.“

Zunächst galt der linke Flügel als dringend zu besetzende Position. „Da haben wir ein Loch“, sagt Veh. Seit der Umstellung auf eine Dreier-Abwehrkette bearbeitete Jonas Hector die linke Seite, einen echten Linksaußen.

Perspektivisch wollen die Kölner ihren Kader jedoch so entwickeln, dass sie unterschiedliche Systeme spielen können. Und offenbar sind die Kölner längst fündig geworden: Kingsley Schindler, 25-jähriger Flügelspieler von Holstein Kiel, soll seinem früheren Trainer spätestens im Sommer nach Köln folgen. Schindlers Vertrag läuft am Ende der Saison aus, in diesem Winter läge also die letzte Chance für die Kieler, noch eine Ablöse für Schindler zu erzielen. Allerdings waren sich die Kölner zuletzt nicht sicher, ob sich diese Investition lohnte: Schindler kennt Markus Anfang und dessen Idee vom Fußball, der Spieler wäre in der nächsten Sommervorbereitung leicht zu integrieren. Außerdem präsentierte sich Außenspieler Christian Clemens nach langer Verletzung bei seinem Comeback überraschend stark. Auf dem Flügel wird sich der Aufstieg gewiss nicht entscheiden.

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Kingsley Schindler

Foto:

picture alliance/dpa

„Es kann immer sein, dass was kommt. Als Vorgriff auf die neue Saison oder aus der Situation heraus. Die erste Woche ist sehr wichtig“, sagt Veh mit Blick auf den Start gegen Union Berlin am 31. Januar. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das Mittelfeld. Da Vincent Koziello, Marco Höger und Matthias Lehmann verletzt sind und Jonas Hector zum Jahresauftakt gesperrt ist, haben die Kölner Schwierigkeiten im defensiven Mittelfeld. Im Test gegen Groningen (3:1) testete Markus Anfang zunächst den dänischen Jugend-Nationalspieler Nikolas Nartey, der vor zwei Jahren als Ausnahmetalent aus Kopenhagen nach Köln kam, allerdings nach zahlreichen Verletzungen noch immer auf seinen Durchbruch wartet. Der 18-Jährige hat einen wunderbaren linken Fuß und ein gutes Auge. Doch scheint er noch nicht der Spieler zu sein, dem Anfang die Zentrale eines Zweitligisten anvertrauen will.

Nikolas Nartey und Salih Özcan konnten Chancen nicht nutzen

Salih Özcan gilt ebenfalls als großes Talent im defensiven Mittelfeld, und der Ehrenfelder ist schon zwei Jahre älter als Nartey. Özcan ist ein begnadeter Zweikämpfer und hat zudem Stärken in der Offensive. Es gibt Menschen beim 1. FC Köln, die sich durch Özcans Spielweise an Arturo Vidal erinnert fühlen, den chilenischen Starspieler des FC Barcelona. Doch neigt Özcan sogar im Training zu Ballverlusten, die auf der Position vor der Abwehr fatale Folgen haben können.

Ein neuer Spieler für das Mittelfeld würde aber nicht nur eine akute Lücke schließen. Der Kölner Kader ist seit Jahren besonders vor der Abwehr dünn besetzt. Mit der Verpflichtung Vincent Koziellos war Armin Veh das Thema bereits im vergangenen Winter angegangen. Doch mit Blick auf eine mögliche Erstliga-Saison wünscht man sich im Verein mehr Qualität – und auch mehr Führung. „Wir hatten insgesamt eine Planung, und plötzlich passieren Dinge, mit denen wir nicht gerechnet haben“, sagt Veh.

David Kinsombi wäre so ein Spieler, der 23-Jährige ist Kapitän bei Holstein Kiel und spielt eine herausragende Saison. Er steht allerdings bis 2021 in Kiel unter Vertrag, und eine Ausstiegsklausel für die Erste Liga würde ihn aus Kölner Sicht wohl erst im Sommer interessant machen. Ob ein neuer Spieler nun schon auf Mallorca zur Mannschaft stößt, ließ Veh offen. Einen Großteil der Arbeit könne man telefonisch erledigen, sagt er. „Aber wenn ich in den nächsten Tagen hier plötzlich gar nicht mehr zu sehen bin, würde ich mal nachfragen.“