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Bayer 04 bei Arminia Bielefeld: Personelle Sorgen überschatten Auswärtssieg

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Sven Bender wurde in Bielfeld verletzt ausgewechselt.

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Getty Images

Bielefeld -

Bayer  Leverkusen ist am Samstag der fünfte Bundesliga-Sieg in Folge gelungen, die Werkself gewann nach hartem Kampf 2:1 (1:0) bei Arminia Bielefeld.

Das Wichtigste zuerst

Dank des Sieges festigte Bayer 04 seine Position in den Champions-League-Plätzen.  Doch war der Sieg in Bielefeld teuer erkauft. Zum ohnehin schon gut gefüllten Leverkusener Lazarett gesellen sich noch die Bender-Brüder. Lars musste in der Halbzeit mit einer Oberschenkelprellung ausgewechselt werden, Sven folgte ihm nach einem Tritt von Arminia-Kapitän Fabian Klos auf die Achillessehne.

Die Tore

Leverkusen hatte die Partie mit sparsamen Offensivbemühungen begonnen, doch das Konzept ging auf. Schon der zweite Angriff führte zum 1:0. Julian Baumgartlinger hatte in der 27. Minute den startenden Leon Bailey in Szene gesetzt. Der Jamaikaner spielte einen Doppelpass wie aus dem Lehrbuch mit Florian Wirtz und traf mit einem wuchtigen Spannstoß zum 1:0.

Das 1:1 in der 47. Minute kam aus dem Nichts: Torhüter Lukas Hradecky touchierte einen harmlosen Rückpass von Daley Sinkgraven mit dem linken Standbein und verfehlte ihn  mit dem rechten Fuß – und der Ball trudelte ins eigene Tor.

Ein weiter Ball von Wirtz fand in der 88. Minute den Kopf von Jonathan Tah. Der Verteidiger legte ab auf Mitchell Weiser. Der Schuss des eigentlich aussortierten Rechtsverteidigers wurde von Arminia-Keeper Stefan Ortega pariert, doch der Ball prallte Aleksandar Dragovic vor die Füße. Der Österreicher vollendete überlegt ins rechte untere Eck zum 2:1-Siegtreffer.

Das war gut

Das späte Aufbäumen von Bayer 04, um den Sieg doch noch irgendwie zu erzwingen. Schönheit und technische Finesse waren spätestens seit Beginn der zweiten Halbzeit nicht mehr die Mittel der Wahl.

Doch Leverkusen bewies kämpferische Qualitäten und viel Moral. Dass drei Reservisten – Tah, Weiser und Dragovic – für die Produktion des Siegtreffers zuständig waren, passte ins Gesamtbild.

Das war schlecht

Die Verletzungen der Bender-Brüder vergrößern die Leverkusener Personalnot dramatisch. Neben den beiden Routiniers fehlen Edmond Tapsoba, Paulinho, Santiago Arias, Charles Aránguiz sowie Exequiel Palacios.

Sie alle werden  am Donnerstag für das Europa-League-Gruppenspiel gegen Hapoel Beer Sheva (Bay-Arena, 21 Uhr) ausfallen. Rechtsverteidiger Weiser  wurde nicht für den Europapokal nominiert.

Die Momente des Spiels

Die Augenblicke nach dem Seitenwechsel waren verheerend für Bayer 04. Die Benders, jeweils in Zweikämpfen durch Bielefelds Sturmtank Klos verletzt, mussten ausgewechselt werden. Zwischendurch leistete sich Hradecky einen Aussetzer, der es  in jeden Jahresrückblick schaffen wird.

Umso bemerkenswerter, dass sich die ersatzgeschwächte Werkself von diesen Nackenschlägen noch erholen konnte.

Der Mann des Spiels

Aleksandar Dragovic, der seit langer Zeit wechselwillige Österreicher, avancierte spät zum Matchwinner. Bayers Innenverteidiger Nummer vier hatte bereits vor seinem  Tor für Ruhe und Sicherheit im hektischer werdenden Spiel gesorgt.

Das Pech des verletzten Sven Bender und des an Corona erkrankten Tapsoba eröffnet Dragovic plötzlich Aussichten auf einen Stammplatz in den kommenden Wochen.

Das sagen die Trainer

Uwe Neuhaus (Arminia Bielefeld): „So ein Spiel durch einen späten Gegentreffer zu verlieren, ist natürlich bitter. Leverkusen hat zwar den gepflegteren Fußball gespielt, große Chancen gab es aber nicht. Unser Offensivspiel ist natürlich deutlich zu wenig.“

Peter Bosz (Bayer 04): „Die Mannschaft hat nach dem Ausgleich nicht den Kopf hängen lassen. Und gerade in der Schlussphase haben wir noch einmal viel Druck gemacht. Da muss ich den Spielern ein Kompliment machen.“

Das sagen wir

Für Bayer 04 ist es ein gutes Zeichen, dass auch nach dem Ausfall einer halben Stammformation und einem ungünstigen  Spielverlauf ein Sieg in Bielefeld gelang – auch wenn die Qualität der Arminia nicht außergewöhnlich ist. Doch die personellen Probleme werden Leverkusen noch für Monate begleiten. Das Erfolgserlebnis für die Reservisten könnte perspektivisch ähnlich wichtig sein wie es die drei Punkte in Bielefeld sind.