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Medaillen-Traum geplatztDeutsches Eishockey-Team im WM-Viertlefinale ausgeschieden

Lesezeit 3 Minuten
DEB Holzer 260522

Enttäuschung nach der Niederlage beim DEB-Team und Korbinian Holzer

Helsinki – Jungstar Moritz Seider blickte frustriert ins Leere, Bundestrainer Toni Söderholm musste schwer schlucken. Für Deutschlands Eishockey-Team sind die Hoffnungen auf die erste WM-Medaille seit 69 Jahren durch drei Unterzahl-Gegentreffer vorzeitig zerschellt. Mit dem 1:4 (0:2, 0:1, 1:1) gegen Tschechien war am Donnerstag schon im Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft in Finnland Schluss für die deutsche Mannschaft, die sich durch Strafzeiten um ihre Chancen brachte.

„Die Enttäuschung ist schon groß. Ich hatte schon andere Pläne“, sagte Coach Söderholm. Seine Auswahl konnte ein Jahr nach dem Halbfinal-Coup von Riga den Rückenwind der starken Vorrunde nicht nutzen. Wie vor drei Jahren wurden die höchst effizienten Tschechen im Viertelfinale zur Endstation, Seiders Treffer in der 54. Minute kam zu spät und war zu wenig.

Bessere Leistung als bei Olympia

Immerhin hatte die DEB-Auswahl zuvor mit der besten WM-Vorrunde einer deutschen Mannschaft den enttäuschenden Eindruck des frühen Scheiterns bei Olympia korrigiert. „Den Schritt, den wir bei Olympia zurück gemacht haben, den haben wir jetzt wieder nach vorn gemacht“, sagte Abwehr-Routinier Korbinian Holzer. Er sei „sehr stolz“ auf seine Schützlinge, bekräftigte auch Söderholm.

Nach fünf Siegen in den sieben Gruppenspielen sprach so mancher vom Edelmetall. Doch eine frühe Strafzeit für den Münchner Stürmer Yasin Ehliz und der schön herausgespielte Überzahltreffer des tschechischen NHL-Stars David Pastrnak in der 3. Minute wirkten gleich als Dämpfer.

Söderholm hatte geahnt, dass der zwölfmalige Weltmeister trotz einer wenig überzeugenden Vorrunde zur schweren Prüfung werden würde. Für den Finnen war die Partie ein besonderes Wiedersehen mit seinem Landsmann Kari Jalonen. Der neue Nationaltrainer Tchechiens war einst in Helsinki Söderholms Club-Trainer gewesen und später so etwas wie ein Mentor. „Für uns beide ist es nichts Persönliches“, hatte Söderholm versichert. Und doch hätte der 44-Jährige seinem einstigen Lehrmeister wohl nur zu gern das Turnierdebüt verdorben.

Tschechen nutzen Überzahl eiskalt

Aber die mit neun NHL-Profis verstärkten Tschechen nutzten auch die zweite Überzahl eiskalt. Roman Cervenka schloss eine feine Kombination zum 2:0 (11.) ab, als der Düsseldorfer Stürmer Daniel Fischbuch auf der Strafbank saß. „Ein harter Schlag“ sei das gewesen, räumte Söderholm ein. Dabei hatten die Deutschen zuvor noch die wenigsten Strafzeiten aller Teams im Turnier gehabt und sich damit selten durch Unterzahlsituationen in die Bredouille gebracht.

Schon Mitte des ersten Drittels deutete wenig darauf hin, dass die deutsche Mannschaft die Bilanz von zuvor nur vier Siegen in 31 WM-Partien gegen die tschechische Auswahl aufbessern könnte. Die Revanche für das bittere Aus vor drei Jahren beim 1:5 im WM-Viertelfinale von Bratislava lag in weiter Ferne.

Erst am Ende des ersten Abschnitts kamen die Deutschen zu Torchancen, Lukas Reichel traf nur den Pfosten (19.). „Wenn du einfach keine Tore schießt, kannst du kein Spiel gewinnen. So war es halt“, sagte der Angreifer aus der zweitklassigen nordamerikanischen Profiliga AHL.

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Die Tschechen waren taktisch bestens von Coach Jalonen eingestellt, schnürten das deutsche Team phasenweise in dessen eigenem Drittel ein. Auch die erste Überzahl zur Mitte des zweiten Spielabschnitts brachte für die DEB-Auswahl keinen Erfolg.

Stattdessen folgte die nächste Strafe und der nächste Nackenschlag. Verteidiger Holzer musste raus, David Krejci traf zum 3:0 (33.). Dass Eisbären-Angreifer Marcel Noebels kurz darauf wieder am Pfosten scheiterte, passte zum gebrauchten Tag der Deutschen. „Wir hatten zu viel Respekt“, räumte NHL-Jungstar Seider vor dem Schlussdrittel ein. Neun Minuten vor Ende ging Söderholm dann voll ins Risiko, nahm bei Überzahl Keeper Philipp Grubauer zugunsten eines weiteren Angreifers vom Eis. Der Lohn war Seiders Fernschusstor zum 1:3. Die Wende aber gelang nicht mehr. Jiri Smejkal (59.) traf noch ins leere Tor. (dpa) 

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