Ticket-Automaten: KVB will keine Scheine
Köln -
Für rund 14 Millionen Euro wollen die Kölner Verkehrs-Betriebe in den nächsten Jahren mehr als 900 Fahrkartenautomaten in den Fahrzeugen und an den Haltestellen austauschen. Moderne Technik und leichtere Bedienung will das Unternehmen seinen Kunden bieten. Mit Geldscheinen werden die aber auch an den neuen Geräten nicht bezahlen können – anders als bei Verkehrsunternehmen umliegender Städte. „Das war eine bewusste strategische Entscheidung“, sagt KVB-Pressesprecher Franz Wolf Ramien.
Schein-Zahlung im Rheinland gang und gäbe
Der logistische und finanzielle Aufwand für solch eine Lösung wäre nach den Worten Ramiens „unverhältnismäßig hoch“. Wer beispielsweise mit einem 20-Euro-Schein ein Einzelticket bezahle, der bekomme größere Mengen Münzgeld zurück. „Wenn das drei-, viermal passiert, ist die Geldtrommel leer“, so der Pressesprecher, und müsse mit erheblichem Aufwand ausgetauscht werden. Hinzu komme, dass die Geräte, die die Echtheit der Geldscheine überprüften, durch die Vibration in den Fahrzeugen störanfällig sein könnten. Ein Argument, das Ibrahim Cuma, Geschäftsführer der Kölner Firma BSC, die eben solche Banknotenprüfgeräte vertreibt, nicht nachvollziehen kann: „Die Technik gibt es schon seit 30 Jahren und hat sich bewährt.“
Bei der Rheinbahn in Düsseldorf etwa sind nach Angaben von Pressesprecher Georg-Thomas Schumacher rund 50 Bahnen neueren Typs mit Automaten ausgestattet, die Münzen, EC-Karte, Geldkarte und auch Scheine akzeptieren. Bis zum nächsten Jahr sollen etwa 25 weitere Fahrzeuge hinzukommen. „Wir wollen unseren Fahrgästen alle üblichen Zahlungsmittel anbieten“, sagt Schumacher. Die Wuppertaler Stadtwerke haben eine Reihe von Bushaltestellen mit Geräten ausgestattet, die Scheine schlucken, gleiches gilt nach den Worten von Stadtwerke-Sprecherin Veronika John für die Bahnsteige in Bonn.
Kartenzahlung soll möglich werden
Die KVB dagegen setzt nach den Worten Ramiens „verstärkt auf bargeldlose Zahlung“. An allen neue Automaten sollen die Fahrgäste sowohl mit Geld- als auch mit EC-Karte zahlen können. Langfristig sollen die Automaten an den Haltestellen sogar kreditkartentauglich werden. Die KVB prüft derzeit noch, ob an einzelnen Knotenpunkten außerdem Ticket-Automaten aufgestellt werden, die Geldscheine annehmen. In diese Überlegungen fließt laut Ramien die Frage ein, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese Automaten aufgebrochen werden.
Nach dem Hersteller der neuen Automaten sucht die KVB jetzt mit einer europaweiten Ausschreibung. Noch in diesem Jahr sollen die ersten neuen Geräte aufgestellt werden.