Gulasch-Automat, Leberkäs-Semmel, Kaiserschmarrn und Kaffee-Flatrate: Marcel Montaperti hat in Ehrenfeld sein Tiroler Stübchen eröffnet.
Kaiserschmarrn in KölnDas „Tiroler Stübchen“ ist zurück in Ehrenfeld

Marcel Montaperti vor seinem „Tiroler Stübchen“ an der Subbelrather Straße
Copyright: Lioba Lepping
Links und rechts vom Ladenlokal hängen zwei Automaten, ein kleiner roter für Kaugummis und kleines Spielzeug und einer für Gulasch, Knödel und Kaffee: Der Tiroler ist zurück in Ehrenfeld. Marcel Montaperti war von 2021 bis 2023 in der Glasstraße ansässig und servierte dort auf kleinstem Raum Spezialitäten aus seiner Heimat. „Dann gab es Stress mit dem Vermieter und wir haben den Laden in der Innenstadt Am Perlenpfuhl geöffnet, wo wir aber nur verkaufen.“ In der Subbelrather Straße 179 hat er Anfang Februar das Tiroler Stübchen eröffnet.

Ungewöhnlich ist beim Tiroler Manches: Eine Orgel steht neben der Unisex-Toilette.
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Und das hat einen richtigen Gastraum, streng genommen sogar zwei: Vorne ist der Coworking Space, in dem er für Selbständige, Studenten oder Freiberufler mit Laptop eine Flatrate anbietet: Kaffee und Wasser so viel die Gäste wollen, 2,5 Stunden für 9,90 Euro. Im hinteren Bereich des schlauchförmigen Ladenlokals ist der Ruhebereich: „Hier sollen sich die Gäste unterhalten, handyfrei“, so der Wunsch des Tirolers Montapetri, der früher Kleewein hieß.
Gulasch-Automat am Laden in Köln-Ehrenfeld
Denn seit seinem Weggang aus der Glasstraße ist etwas Entscheidendes passiert im Leben des weitgereisten Österreichers aus Silz. Der gelernte Maschinenbauer sattelte um auf Sommelier und Kaffeeröster, lebte schon in Spanien, Frankreich und Dubai, bevor es ihn dauerhaft nach Köln verschlug. „Vor zwei Jahren habe ich geheiratet. Weil wir uns nicht auf einen Nachnamen einigen konnten, haben wir schließlich beide den Namen meiner Mutter angenommen.“
Montaperti also statt Kleewein, aber den Laden schmeißt er weiter weitgehend alleine. Seine Frau helfe ihm aber. Alle Speisen, die der 39-Jährige auch in seinem Automaten vor der Tür anbietet, kocht er selbst, ganz früh morgens. „Um 5 Uhr fange ich an“. Dann stellt er Rindergulasch und Leberknödel her und backt die Strudel, auch in herzhaft, die sein besonderes Angebot ausmachen.
Wie er wieder in Ehrenfeld gelandet ist? Eine Stammkundin habe ihn auf das leerstehende Ladenlokal aufmerksam gemacht und mit dem Hausbesitzer in Kontakt gebracht. Dieser gab Montaperti schließlich den Zuschlag unter einer Bedingung: Die Preise müssten so sein, dass es sich auch Studenten leisten können. „In dem Haus wohnen auch nur Studenten“, erzählt der Tiroler, der seine Leberkäse-Semmeln nun ab 3,90 Euro anbietet. Den Leberkäse bezieht er von einem Bekannten aus Österreich. „Der ist garantiert ohne Gluten, weil er nicht mit Semmelbröseln gestreckt, was schon mal vorkommt bei anderen Produzenten.“ So könnten auch Zöliakie-Betroffene seine Spezialität genießen. Schließlich gibt es den Leberkäse auch in der Deluxe-Variante mit Steinpilzen und Trüffeln für 9,90 Euro.
Tiroler Stübchen, Subbelrather Straße 179, geöffnet Montag bis Samstag, 9 bis 17 Uhr

