2000 Bäume sollen in Köln gepflanzt werden. Weshalb der Melatener Weg in Ehrenfeld, anders als ursprünglich geplant, nun leer ausgeht.
Klima in KölnWeshalb eine Straße in Ehrenfeld keine Bäume bekommt

Baumlos zwischen Vogelsanger Straße und Nonniweg: Im Melatener Weg sind auch künftig keine größeren Pflanzungen möglich.
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Die Sommer werden heißer, zu heiß. Gerade in Städten ist das zu spüren, wo Stein und Beton die Hitze speichern und die Auswirkungen des Klimawandels verstärken. Neupflanzungen von Bäumen können diese Effekte mindern, denn sie entsiegeln nicht nur Flächen, sondern sorgen auch für Schatten. Deshalb sollen stadtweit knapp 2000 Bäume zusätzlich angepflanzt werden, die Verwaltung hat ein entsprechendes Konzept für jeden Bezirk aufgestellt.
„Abgeschlossene Maßnahme im Stadtbezirk Ehrenfeld“
2019 hatte die Ehrenfelder Bezirksvertretung (BV) das Straßenbaumkonzept abgesegnet, doch wer seine Umsetzung im Auge behält, kann Überraschungen erleben. So erging es Mitgliedern der Grünen-Fraktion in der BV, als sie vor knapp einem Jahr auf der Homepage der Stadt unter „Pflanzung von Straßenbäumen“ den Punkt „Abgeschlossene Maßnahmen im Stadtbezirk Ehrenfeld“ anklickten. Dort war unter anderem der Melatener Weg aufgeführt, wo laut Planung neun Bäume vorgesehen sind. Doch in der Realität waren und sind diese Bäume nicht aufzufinden: Noch immer ist im Melatener Weg kein Straßengrün in Sicht.
Die Grünen fragten deshalb bei der Verwaltung nach und erhielten kürzlich eine Antwort. Demnach stellte man im Verlauf der Planungen fest, dass im Melatener Weg eine Fernwärmeleitung unterhalb der für die Bäume vorgesehenen Standorte verlegt wurde. Daraufhin sei der Bereich Melatener Weg „als nicht umsetzbar“ eingestuft und deshalb „als abgeschlossen betrachtet“ worden, schreibt das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen. Die Anfrage der Grünen zeige aber, dass der Begriff „abgeschlossen“ in diesem Zusammenhang für Missverständnisse sorge, deshalb sei der Melatener Weg mittlerweile aus der genannten Liste wieder entfernt worden.
In der Tat denkt man bei der Verwaltung derzeit über alternative Lösungen für die kurze Straße nach. So sei es möglicherweise sinnvoll, dort zumindest einige Flächen zu entsiegeln. Zwar müsse man dann auf eine Verschattung verzichten, immerhin würde das aber die Größe der Hitze speichernden Bereiche verringern. Das Amt erinnert auch daran, dass Hauseigentümer die Möglichkeit haben, über das städtische Programm „Grün hoch 3“ Fördermittel für die Begrünung und Entsiegelung ihrer Fassaden, Dächer und Innenhöfe zu beantragen: Auch mit solchen Maßnahmen könne man der „sommerlichen Überwärmung“ vorbeugen.

