Ein Unbekannter ist in ein Pflegeheim in Löhne eingedrungen und hat vier demente Frauen sexuell missbraucht. Die Polizei sucht Zeugen.
Schwere Vergewaltigung in NRWUnbekannter missbraucht vier demente Seniorinnen in Pflegeheim

In einem Pflegeheim in Löhne kam es zu einem schweren Verbrechen. (Symbolbild)
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In Löhne, eine Mittelstadt im Nordosten Nordrhein-Westfalens, hat sich in der Nacht zu Mittwoch ein schweres Verbrechen in einem Pflegeheim ereignet. Ein unbekannter Täter drang laut der „Bild“-Zeitung in das Gebäude ein und missbrauchte mehrere wehrlose, an Demenz erkrankte Frauen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und fahndet nach dem flüchtigen Verdächtigen.
Löhne: Unbekannter Täter missbraucht hilflose Seniorinnen
Eine Mitarbeiterin des Altenheims St. Laurentius alarmierte die Polizei, nachdem sie eine offene Tür bemerkte und einige Bewohnerinnen und Bewohner teilweise unbekleidet und verstört umherirrend vorfand.
Nach ersten Ermittlungen der Kriminalpolizei wurden mindestens vier Seniorinnen im Alter von 89 bis 96 Jahren sexuell missbraucht. Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass der oder die Täter gezielt Opfer suchten, die geistig stark eingeschränkt sind. Sichtbar verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen keine der Frauen.
Unverschlossene Tür wurde Frauen zum Verhängnis
Der Täter soll durch eine unverschlossene Tür im Erdgeschoss in das Pflegeheim gelangt sein. Die Tatzeit wird auf etwa 1.00 Uhr in der Nacht zu Mittwoch eingegrenzt. Zu diesem Zeitpunkt sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Hilferufe gehört haben, die sie zunächst nicht zuordnen konnten.
Die Ermittlerinnen und Ermittler sicherten in den betroffenen Zimmern Spuren, darunter Bettzeug und Kleidung, um DNA- und Faserspuren des Täters zu finden. Die Polizei Herford bittet Zeuginnen und Zeugen, die vor oder während der Tatzeit im Umfeld des Pflegeheims St. Laurentius etwas Verdächtiges bemerkt haben, sich unter der Telefonnummer 05221 / 8880 zu melden.
Die Studie „Kriminalität und Gewalt im Leben alter Menschen“ des Bundesfamilienministeriums belegt wissenschaftlich, dass Demenzkranke aufgrund ihrer kognitiven Einschränkungen und physischen Wehrlosigkeit ein überdurchschnittlich hohes Risiko tragen, Opfer von Übergriffen zu werden. Besonders in Pflegeheimen begünstigen strukturelle Faktoren wie nächtliche Personalengpässe die Gelegenheiten für Täter, während die eingeschränkte Aussagefähigkeit der Betroffenen die Strafverfolgung massiv erschwert. (red)

