Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Stadt Bad Münstereifel zusammen. Aktuell: der Zoch in Arloff-Kirspenich.
Karneval 2026So raderdoll ist die Stadt Bad Münstereifel – Arloff-Kirspenich kann Karneval

Für ausgelassene Stimmung sorgte diese Fußgruppe.
Copyright: Rocco Bartsch
An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Stadtgebiet Bad Münstereifel.
Arloff-Kirspenich kann Karneval, die Kostüme waren ein echter Hingucker
Sonne im Herzen und Karneval im Blut: Das Doppeldorf genoss den Rosenmontagszug in vollen Zügen. Mit einem leicht veränderten Zugweg ging es bei Sonnenstrahlen los. Die 17 teilnehmenden Gruppen mit ihren rund 300 Zugteilnehmern präsentierten sich den Jecken. Ein Bützchen hier, ein Strüßjen dort. Von Kamelle, Schokolade, Chips und Popcorn ganz zu schweigen.

Für ausgelassene Stimmung sorgte diese Fußgruppe.
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Aufwendig gestaltete Kostüme gab es auch dieses Jahr wieder in Arloff-Kirspenich zu bestaunen.
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Kurzzeitige Probleme gelöst. Das Dreigestirn ließ die Konfettikanonen knallen.
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Arloff-Kirspenich kann Karneval und die Jecken überraschen immer wieder mit ausgefallen Kostümen. Die Gruppe rund um Simone und Thomas Mavridis begeisterte als laufendes Kartenspiel. Die aufwendigen Kostüme waren in unzähligen Stunden selbst gestaltet worden und waren ein absoluter Hingucker sorgte. Eine Gruppe Römer sorgte für Unheil in der Bachstraße. Ob sie von den Ghostbusters hinter ihnen vertrieben wurden? Was auf jeden Fall funktioniert, ist die Bahnhaltestelle Arloff. Das machte eine Gruppe mit dem Motto „De Zoch kütt wieder“ mehr als deutlich. Bewährte Karnevalsklänge brachte der Spielmannszug „M'r jonn met“ auf die Straße.
Der Höhepunkt für die wartenden und sich warm schunkelnden Jecken folgte traditionell am Ende des Zuges. Der Prunkwagen des Dreigestirns, auf dem Prinz Tanja I. (Krüger), Bauer Renate I. (von Hülsen) und Jungfrau Nicole I. (Jerhoff) standen, zog in einer atemberaubenden Triumphfahrt an den Menschen auf der Straße vorbei. Dabei hatten die drei wirklich pausenlos beide Hände voll zu tun. Dennoch genoss das Dreigestirn den Umzug durch die Dörfer in vollen Zügen. „Genau so haben wir uns das vorgestellt“, sagt ein hochzufriedener Prinz Tanja, und Bauer Renate fügt hinzu: „Es ist wirklich schön, wie viele Menschen hier sind, um mit uns gemeinsam Karneval zu feiern“.
Der Wettergott muss ein Iversheimer sein
Der Wettergott kommt definitiv aus Eveschem. Pünktlich mit dem Startschuss des Rosenmontagszugs hörte es auf zu regnen und die Sonne blinzelte ein wenig durch die Wolken. Die mitgebrachten Regenschirme konnten eingeklappt werden – oder zum Kamelle-Fangtrichter umfunktioniert werden. Die Sonnenstrahlen katapultierte die Laune der rund 180 Zugteilnehmer deutlich in Richtung „herrlich jeck“.
Angeführt vom froh gestimmten ersten Eveschemer Kinderviergestirn mit Prinz Johanna I (Zweiffel), Bauer Elise (Zinken), Jungfrau Leni (Kolvenbach) und Adjutantin Jana (Hermann), das von einem auf Rädern rollenden Schiff ordentlich Kamelle regnen ließ, reihten sich dieses Mal allerdings „nur“ sieben weitere Gruppen ein. „Das hat auch damit zu tun, dass viele unserer eigenen Gruppen dieses Mal im Gefolge und somit nur in einer großen Gruppe mitgelaufen sind“, sagte Zugleiter Sascha Gockeln.

Diese Fliegenpilze waren alles andere als giftig. Sie trugen zur guten Stimmung in Iversheim bei.
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Der Junggesellenverein Iversheim begab sich auf eine Walt-Disney-Zeitreise
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Sonnenbrille oder Regenponcho? Am Ende war es die Sonnenbrille, die sich als passender hinausstellen sollte.
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Aus diesen sieben Gruppen stachen die Interessengemeinschaft Kirmes Iversheim als Clowns und der Junggesellenverein Iversheim heraus. Letztgenannte hatten wie in den Jahren zuvor ordentlich Bass auf den rollenden Wagen gepackt. Zum Motto „Walt Disney“, präsentierten sich einige Mitglieder auch in wunderschönen Frauenkostümen den Närrinnen und Narren am Wegesrand.
Die Iversheimerin Pia war mit ihren Freunden unterwegs. Sie gingen als Fußgruppe mit und hatten in ihren Fliegenpilzkostümen sichtlich großen Spaß auf der Straße. Dabei waren sie alles andere als giftig, sondern vielmehr den Jecken am Wegesrand sehr zugetraut und beschenkten sie mit reichlich Süßkram aus den umgehängten Jutebeuteln. Die KG hatte wie in den Vorjahren auch, dass Wurfmaterial zur Verfügung gestellt. Im Anschluss ging es dann für alle Jecken in den Dorfsaal zur After-Zoch-Party.
Zwischendurch schien sogar et Sünnche in Houverath
Im vorigen Jahr hieß es beim Houverather Zoch noch „Volldampf voraus“, bei dem eine qualmende Lokomotive mitgegangen war. Diesmal wurden Piraten, reichlich Hippies, eine verführerische „1001 Nacht“ und eine schnatternde „Entenschar“ gesichtet. Und wie schon viele Jahre zuvor, war auch Andreas Eicks wieder mit einer Gruppe dabei, der auch die Familie von Karin Theisen angehörte. Ihr großer Wagen hatte das Motto „Cinema“ und es hieß, stilecht mit reichlich Tüten voller Popcorn, „Film ab!“.
Dass der Zug überhaupt gehen konnte, lag an vielen Menschen. Der Winterdienst hatte schon um 5 Uhr morgens geräumt und gestreut, KG-Präsidentin Marina Schmitz wurden von zahlreichen Helfern als Ordner und Wagenengel unterstützt. Der Lohn war ein bunter Zoch, was auch die Zuschauer honorierten.

Die Hippies waren außer Rand und Band.
Copyright: Manfred Görgen

Der über 50 Jahre alter Holder mit Fahrer Karl Heinz Pauly wird von jungen Mädels umringt.
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Nicht nur die Junggesellen aus Houverath gingen mit ihrem Wagen mit, sondern auch die aus Wald. Zwischen den Dörfern besteht seit vielen Jahren eine enge Freundschaft. Die Houverather Junggesellen entführten mit ihren Kostümen als Scheichs und Suleikas in eine orientalische Welt.
So ein Wetter habe ich hier in den letzten zehn Jahren nicht erlebt, aber es immer wieder sehr schön.
Zunächst noch bei strahlendem Sonnenschein hatte sich der Zoch ab der Eichener Straße in Bewegung gesetzt. Mit dabei auch Carina Da Costa Ribeiro mit einer Gruppe junger Frauen, die sich als Liebesgötter einreihten. Allerdings musste sich die Gruppe, wie andere auch, die Regenponchos überziehen. Für die Gruppe, die als Hippies mitging, kam durch das Wetter sogar ein bisschen Woodstock-Feeling auf.
Hauptsache, die Teilnehmer hatten trotz der zwischenzeitlichen Regengüsse noch gut lachen. Eine eigens aus Freiburg angereiste Frau, die jedes Jahr am Straßenrand mit dabei ist, sagte: „So ein Wetter habe ich hier in den letzten zehn Jahren nicht erlebt, aber es immer wieder sehr schön.“
Sechs Motivwagen und die doppelte Anzahl an Fußgruppen zogen durch den Ort. Aus den Boxen erklangen Karnevalslieder und Techno-Musik. Schade nur, dass ein privates Fahrzeug ordnungswidrig neben der früheren Kneipe „Eifeldom“ abgestellt war und die schweren Traktoren behinderte.
Wehmut in Mutscheid: Tanzgruppe Showtime löste sich nach Zoch auf
Der närrische Umzug in Mutscheid geht bekanntlich in Zeitlupe. Diesmal hatten sich laut Zugleiter David Axer immerhin zwölf Gruppen frühzeitig angemeldet. Die teilten sich auf vier bunte und von Traktoren gezogene Wagen und acht Fußgruppen auf. Letztere konnten bei Kälte und Sunnesching direkten Kontakt zu den Kamelle fangenden Zuschauern aufnehmen und sich so manches Bützchen als Dank abholen.
Fast 200 bunt verkleidete Teilnehmer kamen beim Umzug zusammen. Und die zeigten Spaß an d'r Freud.
Ein besonderes Motto hatten die Verantwortlichen nicht ausgewählt. Und so oblag es den Jecken im Zoch selbst, als was sie gingen. Und nicht nur das: Es gab nicht nur reichlich Popcorn und Getränke, sondern von einer „Bautruppe“ um Christian Phiesel aus Scheuerheck sogar leckere Würstchen.

Christian Phiesel aus Scheuerheck verteilte leckere Würstchen von der Stange.
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Das letzte gemeinsame Gruppenbild vor der Auflösung: die Tanzgruppe Showtime.
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Gesichtet wurde auch ein friedlicher Wikinger, der doch glatt seine Axt im Wagen liegen gelassen hatte.
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Pünktlich um 14.11 Uhr setzte sich der Zug im bereits erwähnten Schneckentempo in Bewegung – teilweise glicht das eher einer Superzeitlupe. Natürlich durfte auch diesmal das Mutscheider Männerballett nicht fehlen, das in den Tagen und Wochen zuvor auf einigen Bühnen geglänzt hatte. Ebenfalls traditionell dabei waren die Eifellandfunken Rot-Weiß Mutscheid-Schönau.
Mit dabei war auch ein Karnevalswagen aus Odesheim mit der Aufschrift „Zur Zitze“, der mit zahlreichen Jugendlichen besetzt war. Die haben seit einigen Jahren ihren Treffpunkt im ehemaligen Kuhstall des früheren Schulhausmeisters Dieter Hochgürtel.
Bunt waren die Kostüme der Fußgruppen und der Jecken auf den Wagen. Bewusst als krönenden Schlusspunkt hatte David Axer die Showtime-Tanzgruppe platziert. „Als Dankeschön für die vielen schönen Jahre mit euch und die Freude, die ihr uns mir euren Tänzen bereitet habt“, sagte Axer. Denn nach dem Zug löste sich diese Formation auf.
Peter Schnitzler ließ in Eicherscheid „Das Biest“ von der Leine
Bad Münstereifel-Eicherscheid Der Eicherscheider Karnevalszug konnte sich wieder sehen lassen – und das buchstäblich. So trug Bernhard Ohlert an der Spitze der Gruppe des Brauchtumsverein sogar einen großen Baumstamm.
Auffallend auch die Lokomotive von Peter Waasem. Auf der stand: „De Zoch kütt“. Diese Ankündigung hätte es aber nicht gebraucht, denn es war unüberhörbar. Außer dem Tambourkorps Kommern, der live spielte, ertönte nur laute Musik aus großen Boxen. Selbst die Bauhofmitarbeiter, die am Ende gingen und den Müll beseitigten, trugen deshalb vorsorglich Gehörschutz.

Originell: Mit viel Metall fiel diese Gruppe ganz schön auf.
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Von wegen junges Gemüse: Diese Kids verteilten Kartoffeln, Tomaten, Honigmelonen und mehr.
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Ins Auge fiel das aus reichlich Metall von Tüftler Peter Schnitzler hergestellte Fahrzeug mit dem vielsagenden Namen „Das Biest“. „Daran habe ich mehrere Jahre geschraubt und geschweißt, um das Ding flott zu bekommen“, sagte Schnitzler.
Der „Eicherscheider Kinderwagen“ verteilte Obst und Gemüse anstatt Kamelle – und das kam sehr gut an. Kartoffeln, Melonen und Tomaten wanderten in die Tüten der Zuschauer am Wegesrand. Akrobatisch ging es auch zu: Die in großer Formation mitgehenden Street Dancers aus Antweiler machten ihrem Namen alle Ehre und verzückten die Besucher des Eicherscheider Zuges mit Hebefiguren.
Was war sonst los? Hier finden Sie alles zum Karneval im Kreis Euskirchen im Überblick.
Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!


