Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Gemeinde Hellenthal zusammen. Aktuell: Der Zoch in Hecken.
Karneval 2026Die Gemeinde Hellenthal ist raderdoll – Heckener liegen in der Kurve

Paradiesisch schön flatterten diese bunten Vögel durch den Heckener Zoch.
Copyright: Stephan Everling
An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Gemeindegebiet Hellenthal.
Mit einer Klappe wird die Todeskurve von Hecken genommen
Karnevals-Showdown in Hecken. Wenn andernorts schon das aschermittwöchliche Fischessen vorbereitet wird, geben die Jecken in Hecken noch einmal richtig Gas. Der Zug ist Kult, ohne Zweifel. Wenn der Name des kleinen Dorfes fällt, der Heimstatt der IG Ländchen, werden Erinnerungen an herrlich jecke Feste wach – und bei manch einem vielleicht auch an die Kopfschmerzen, die eben diesen folgten.
Die Legende lebt, auch wenn die Realität mittlerweile etwas gesitteter ist. Doch einige Dinge werden von den Karnevalisten aus dem Ländchen weiterhin liebevoll gepflegt. So ist der Zug in Hecken nicht komplett ohne die Todeskurve, in die der gesamte Zug hineingepfercht wird, bevor der Anfang sich über die freigewordene Straße auf den restlichen Zugweg begeben kann. Bürgerlicher Name dieser Kurve ist die Niedergasse, die seit vielen Jahren die Spreu vom Weizen der Traktorfahrer trennt: Die einen können es, die anderen nicht.
Musikkapellen scheuten die laute Konkurrenz aus den Boxen nicht
Doch auch das Material muss stimmen. Manche Autos haben nämlich eine Heckklappe, viele der großen Anhänger, die im Zug mitfahren, dagegen eine Hecken-Klappe. Das ist der Ausschnitt, der notwendig ist, damit die Deichsel des Anhängers die nötige Bewegungsfreiheit hat, um die engen Kurven zu bewältigen. So ist schon für das kundige Auge bei den ersten Zügen in der Region zu erkennen, welche Wagen heckentauglich gebaut sind und im dortigen Zug mitfahren.

Paradiesisch schön flatterten diese bunten Vögel durch den Heckener Zoch.
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In besonders jecker Ausstattung kommt die Post in Hecken auch am Veilchendienstag an.
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Die Hecken-Klappe ist in der Todeskurve an den Wagen erforderlich.
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Dick eingepackt macht Karneval auch im Schnee Spaß.
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Auch wenn einige Wagen die Lautstärke ihrer Musikanlagen komplett ausreizten, konnte Zugleiter Jörg Klinkhammer vier Musikkapellen in den Zug integrieren. Vorneweg ging, wie üblich, das Tambourcorps Oberhausen, das traditionell seine Hecken-Schnecken-Spiral-Choreografie zeigt. Diesmal marschierte es, genauso wie die Musikvereine aus Manscheid, Hecken und Wolfert, im teilweise dichten Schneegestöber, das bei frostigen Temperaturen vom Wind über das Hellenthaler Höhendorf getrieben wurde.
Trotzdem hatten sich wieder die Karnevalsbegeisterten in großer Zahl am Straßenrand versammelt, um den Karnevalsausklang beim Heckener Zoch zu erleben. Mit dabei waren auch die fröhlichen Belgier, die seit mehreren Jahrzehnten aus ihrem Wochenendquartier in Benenberg nach Hecken wandern – und nach dem Zoch zurück. In diesem Jahr hatten sie sich als Wikinger verkleidet und prosteten ihren Udenbrether Kollegen zu.
Viele Vereine aus dem Gemeindegebiet schlossen sich an
Viele Karnevalisten aus den Vereinen des Gemeindegebiets und darüber hinaus waren gekommen. So hatten sich das Damenballett und die Showtanzgruppe von Ruet-Jold Hellenthal dem Zug angeschlossen. Aus Hecken kam eine Gruppe von Paradiesvögeln, aber auch der Vereinswagen der IG Ländchen. Beflügelt waren auch die Junggesellen aus Scheuren. Mit sich automatisch öffnenden Türen war der Wagen der Miescheider Jugend ausgestattet, der sich Petterson und Findus zum Thema genommen hatte.
Aus Wollenberg war die „Schule der magischen Tiere“ genauso gekommen wie die Schornsteinfeger. Briefträger, die Dorfjugend und ein Wikingerschiff kamen aus Udenbreth heruntergesegelt, die Mariokarts dagegen aus Morsbach, ähnlich flott wie die Rennfahrer aus dem Hellenthaler Höhengebiet.
Hellenthaler Jecke in hippiebunt und knallorange
Ein echter Hellenthaler Karnevalsjeck lässt sich auch von ein bisschen Schnee nicht von der Teilnahme am Rosenmontagszug abhalten. Umso schöner war es trotzdem, dass sich die Schneeschauer kurz nach dem Startschuss für den Zoch verzogen und sich zwischen den Wolken sogar noch kurz das Sönnchen blicken ließ, um den Jecken ein Bützchen auf die Wange zu drücken.
Zugleiter Marcel Soppat und sein Kollege Tobias Frings von der KG Ruet-Jold konnten aber auch ohne die himmlische Unterstützung mit dem Rosenmontagszug zufrieden sein, denn knapp die Hälfte der insgesamt 23 Zugnummern wurde von Hellenthaler Kräften beigesteuert. „Der Zoch ist etwas kürzer als im vergangenen Jahr, aber da hatten wir ja auch die eigenen Tollitäten dabei“, erklärte Soppat.
Die vielen Tausend Jecken am Straßenrand feierten diesmal auch ganz ohne blaublütige Fastelovends-Würdenträger ein ausgelassenes Freudenfest. Stark vertreten waren auch in diesem Jahr wieder die Hellenthaler Tanzgarden, die von den „Bambienchen“ und Minis bis zum Damenballett in verschiedenen Gruppen im Zoch mittanzten. Letztere hatten sich als Boxerinnen verkleidet – bereit für den Kampf gegen den Kater am nächsten Morgen.
Hellenthaler Hippies stehen für „Love, Peace und jecke Tön“
Nicht für den Einsatz ihrer Fäuste, sondern für „Love, Peace und jecke Tön“ standen hingegen die Hellenthaler Hippies aus dem Umfeld der „Echten Fründe“, die einen überdimensionierten VW-Bus für ihre Teilnahme am Rosenmontagszug flottgemacht hatten. Während es bei den Hippies extrem bunt zuging, hatte sich die Hellenthaler Dorfjugend farblich diesmal auf ein knalliges Orange beschränkt. In Verbindung mit gelbem Schnauzer und buschigen Augenbrauen wurde daraus jedoch ein tolles Lorax-Outfit, wie es nicht nur Kinder aus dem gleichnamigen Animationsfilm kennen.
In den typischen Post-Farben waren die Briefträger der KG Blau-Weiß Udenbreth angetreten, die in Hellenthal noch einige jecke Sendungen zustellen mussten. Bei ihrem Wurfmaterial bewiesen sie, dass es nicht immer kalorienreich und zahngefährdend sein muss: Manchmal tut es auch ein Brief mit ein paar gereimten Zeilen und zwei Luftschlangen für den Hausgebrauch.
In Udenbreth war im Zoch Warmschunkeln angesagt
Warmschunkeln war angesagt beim Karnevalszug in Udenbreth. Ein kalter Wind ließ jeden, der ein molliges Ganzkörperkostüm gewählt hatte, als Gewinner dastehen. Aus dem gesamten Gemeindegebiet waren die Karnevalsjecken nach Udenbreth gekommen, um die Besucher mit Kamelle und Strüßjer zu versorgen.

Als Phönix war eine der Fußgruppen unterwegs.
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Als Shawn das Schaf war die Udenbrether Jugend unterwegs.
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Das Herz dieses Zuges sind die vielen Fußgruppen, zu denen sich Verwandte, Freunde oder Nachbarn zusammentun. Da gab es zum Beispiel die Post „HDL“, deren kleine und große Briefträger selbstgefertigte Briefe und kleine Pakete unter die Leute brachten. Mit einem Schiff segelten Eifeler Wikinger durch die Untiefen des Höhengebietes.
Dann wieder hatten sich die jecken Udenbrether den Feuervogel Phönix als Vorbild genommen und flogen durchs Dorf oder setzten ein ganzes Feuerwerk in Szene. Als neuer Karnevalsverein war die KG Allmann aus Sieberath gekommen. Die rund 15-köpfige Gruppe hatte sich die Fernsehserie „Paw Patrol“ als Vorbild genommen. Eine Schule voll magischer Tiere hatte eine Gruppe aus Wollenberg gestaltet, während die Rescheider mit ihrem kleinen Piaggio-Dreirad unterwegs waren.
Was war sonst los? Hier finden Sie alles zum Karneval im Kreis Euskirchen im Überblick.
Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!
