Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Stadt Heimbach zusammen. Vlatten feiert märchenhaften Veilchendienstag.
Karneval 2026Heimbach feiert raderdoll – Ein märchenhaftes Fastelovends-Finale in Vlatten

Die Vlattener Dorfjugend machte in diesem Jahr einen Abstecher in den Märchenwald.
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An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Stadtgebiet Heimbach.
Die Vlattener üben sich schon früh im Fastelovend
Ein Veilchendienstagszug wie aus dem Märchen – darüber konnten sich nicht nur Achim Bertram, Präsident des Karnevalsvereins Vlattener Jonge, und Zugleiter Johannes Groben freuen, sondern auch die vielen, vielen Jecken am Straßenrand, die zum Fastelovends-Finale nach Vlatten gekommen waren. Denn mit 21 Zugnummern war der diesjährige Veilchendienstagszug deutlich größer als im vergangenen Jahr.
Dazu passend fiel auch das Motto der Vlattener Dorfjugend aus, die sich ihre Kostüme von einem Ausflug in den Märchenwald mitgebracht hatte. Rotkäppchen und ein gar nicht böser Wolf, ein lebendiger Fliegenpilz, Rittersleute und aufgeweckte Prinzessinnen: Sie alle gaben ein prächtiges Bild ab und steckten die Zoch-Zuschauer hoffentlich nur mit ihrer Lebensfreude an – und nicht mit den Bazillen, die man sich im Lauf der tollen Tage viel leichter als gewünscht einfangen kann.
Wie aus dem Märchen verlief die Teilnahme am Zoch auch für die Mitstreiter um die ehemalige, langjährige Vlattener Ortsvorsteherin Ingrid Müller, die diesmal als Froschkönige und -königinnen dabei waren. Wie viele Frösche sie auf ihrem Weg durch Vlatten küssen mussten, um den einen Märchenprinz zu finden, stand bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht fest.
Unter dem Motto „Früh übt sich“ war eine große Gruppe kleiner Küchenmeister aus Hergarten im Nachbardorf am Start. Während man sonst sagt, dass viele Köche den Brei verderben, zeigte sich hier, dass man durchaus „jeck im Kopp“ sein kann, um trotzdem etwas Leckeres in den Topf zu zaubern. Daniela Jülich und ihr Freundeskreis hatten die Kostümidee für die kleinen und großen Köche toll umgesetzt.
Unter den 16 großen Festwagen, die im Vlattener Zoch mitrollten, waren auch vier, auf denen sich zum Abschluss der Session noch einmal die gekrönten Narrenhäupter ihrem jecken Volk präsentierten, darunter auch das Dreigestirn aus Bürvenich mit Prinz Jannik, Bauer Jan-Luca und Jungfrau Luzie.
Nach dem Bürvenicher Zoch, der bereits am Sonntag stattfand, war der Abstecher nach Vlatten für Jungfrau und Prinz eine Art zweites Heimspiel: Die Mutter der beiden Hoscheid-Brüder ist ein waschechtes Vlattener Mädchen – Opa und Oma konnten ihre Enkel somit auch in Vlatten noch einmal live in närrischer Aktion erleben.
Komplettiert wurde die gekrönte Narrenschar vom Heimbacher Kinderprinz Linus, von Kinderprinzessin Hanna von der KG Berger Grieläächer aus Nideggen-Berg und vom Dreigestirn der KG Löstige Möscheme aus Müddersheim mit Prinz Tanja, Bauer Yvonne und Jungfrau Astrid.
Wer sich vor der anstehenden Fastenzeit noch einmal richtig mit Kamellen und anderem Süßkram eindecken wollte, war in Vlatten übrigens goldrichtig. Sogar aus dem Einsatzfahrzeug der Dürener Polizei, das den Zug durch den Ort an der Spitze begleitete, wurden Kamelle und Kartoffelchips an die Jecken verteilt. Diese großzügige Wurfmaterial-Ausstattung wurde auch durch die spendablen Vlattener Bürger selbst ermöglicht: „Für das gute Ergebnis bei der Dorfsammlung zugunsten des Zugs möchten wir uns ganz herzlich bedanken“, sagte KV-Präsident Bertram: „Diese Sammlung dient auch dazu, Wurfmaterial für den Zug zu beschaffen, das dann unter den Teilnehmern für den Zug verteilt wird.“
Heimbach feiert im Discoglanz
Ganz im Discofieber waren die die Jecken im Heimbacher Zoch. Dort sorgten vor allem die Silver Birds, eine Tanzgruppe der KG Torrausch, als Discokugeln für die richtige Portion Glamour. Unterstützt wurden sie dabei vom Männerballet „Hacke, Spitze, Hacke zu“. Die Herren hatten sich für ein Outfit mit maximalem Sex-Appeal entschieden: Hotpants und Cowboystiefel in pinkem Lack und mit ordentlich Flitter. Dabei konnten die Männer gleich etwas von ihren Kolleginnen lernen. So ein kalter Karnevalstag ist in Rock und kurzer Hose nur mit einer ordentlichen Thermo-Strumpfhose zu überstehen.
In die farbenfrohen Outfits reihte sich eine andere Gruppe der KG Torrausch ein. Auch hier hieß es: Heimbach im Discofieber. In Neonfarben und mit metallisch glänzenden Pompoms sowie Perücken in Regenbogenfarben, brachten sie nicht nur gute Laune, sondern auch reichlich Kamelle unter die Jecken. Zwar nicht im Discofieber, aber farblich passend, war die Freundesgruppe um Celina und Jeanne, die als Aliens den Umzug eröffneten, der traditionell von der KG Torrausch organisiert wird. Warum man sich für ausgerechnet dieses Thema entschieden habe? „Weils gut aussieht“, sagt Jeanne. So einfach ist das.

„Heimbach tanzt im Discoglanz“: Mit Neonfarben und Metallic-Pompoms brachte die KG Torrausch gute Laune mit.
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Als Aliens eröffneten Celina, Karin, Jeanne und Katja den Heimbacher Karnevalszug.
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Das Männerballett "Hacke, Spitze, Hacke zu" stand mit seinem Outfit den Frauen in nichts nach.
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In diesem Jahr feierten gleich zwei Gruppen ihr Debüt: Maskotten United sind Freunde, die sich nicht so recht auf ein Motto einigen konnten und daher alle in Farben und Trikots ihres liebsten Fußball-Vereins aufliefen. Die Rhythmus-Rabauken lernten sich teils beim Tennis kennen. „Einige von uns haben früher in der Tanzgarde getanzt und dachten, dass es doch schön wäre, noch einmal als eine Art Showtanzgruppe etwas zum Karneval beizutragen“, erklärt Eva. Gesagt – getan. Insgesamt zehn Rhythmus-Rabauken standen bei der Sitzung auf der Bühne, im Zoch stellten sie mit 20 Leuten eine große Fußgruppe. Als Tiere und Safari-Ranger verteilten Sie nicht nur Süßigkeiten, sondern legten auch eine kurze Tanzeinheit ein.
Die Kinderkarnevalsgemeinschaft ist in dieser Session mit neuer Führung unterwegs, doch das Geschäft bleibt in der Familie. Den Vorsitz hat Annette Breuer-Paulmann an ihre Tochter Lisa Marie Solbach abgegeben. Sie und ein Team aus fünf weiteren Frauen arbeiten nun mit viel Herzblut am Erhalt des Kinderkarnevals in Heimbach. „Corona hat uns fast das Genick gebrochen“, erinnert sie sich. Nach der Pandemie hat der Verein mit nur fünf Kindern wieder durchstarten müssen.
Nun ist man wieder gut aufgestellt. Seit 25 Jahren, mit Ausnahme der Corona-Jahre, schafft es die KKG, jährlich einen Kindertollität zu stellen. Dazu soll jedes Kind die Chance haben. „Um Prinz zu werden, muss man nicht im Verein sein. Man muss es nur laut genug mitteilen. Wir sind komplett spendenfinanziert, so dass die Familie nicht zahlen muss“, erklärt Solbach: „Im Kinderkarneval herrscht bei uns Chancengleichheit“. Die Chance ergriffen hat in dieser Session Prinz Linus I. (Bongartz), der seinen Zoch in vollen Zügen genoss.
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Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!

