29.07.2016
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Depot des Museums Ludwigs: Museum muss Halle Kalk räumen

Abgesperrt ist die Halle, die dem Museum Ludwig als Depot dient.

Abgesperrt ist die Halle, die dem Museum Ludwig als Depot dient.

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Stefan Worring

Kalk -

Das Museum Ludwig muss sein Depot in der Halle Kalk räumen: Das Gebäude ist „wegen akuter baulicher und statischer Mängel“ nicht mehr standsicher, wie aus einer Mitteilung der Verwaltung an den Kulturausschuss hervorgeht. Die Gefährdung beziehe sich allerdings nur auf den Teil des Gebäudekomplexes, in dem das Museum seine Kunstwerke lagert, nicht auf den abgetrennten, vom Schauspiel genutzten Bereich.

Ein Gutachter hatte festgestellt, dass sich in dem von einer Stahlkonstruktion eingefassten Mauerwerk Risse gebildet hatten. Der Stahl selbst weise zwar Korrosion auf, sei aber noch standfest. Die Stadt hat daraufhin die Halle und deren Außenfläche abgesperrt.

Versicherungswert: Fünf Millionen Euro

Das Museum hatte in dem Depot vor allem Außenskulpturen und großformatige Kunstobjekte mit einem Versicherungswert von insgesamt rund fünf Millionen Euro untergebracht. Diese werden nun in eine geeignete Lagerhalle in Ossendorf geschafft. Dafür werden pro Jahr rund 80 000 Euro Miete fällig; die Halle wurde zunächst für fünf Jahren angemietet, „da nicht damit zu rechnen ist, dass vor Ablauf dieser Frist eine anderweitige Unterbringung für die Objekte zu finden ist“. Für die Absperrung der Halle Kalk, provisorische Sicherungsmaßnahmen im Inneren und den Transport der Kunstwerke fallen laut Verwaltung noch einmal rund 136 000 Euro an.

Die Gebäudewirtschaft prüft derzeit künftige Nutzungsmöglichkeiten für die Halle. In einem Schenkungsvertrag mit dem Ehepaar Ludwig aus dem Jahr 1994 hatte sich die Stadt verpflichtet, die Halle Kalk als zusätzliche Ausstellungsfläche für das Museum herzurichten. Darauf habe man im Einvernehmen mit Irene Ludwig zu deren Lebzeiten allerdings verzichtet. Einen Neubau „in Form einer nutzbaren Ausstellungshalle“ zieht die Stadt nach eigenen Angaben nicht in Erwägung – er wäre mit geschätzten Kosten von rund 16 Millionen Euro zu teuer. Die Ludwig Stiftung sei darüber informiert worden, dass nach Dienstantritt des neuen Museumsdirektors nach Alternativen gesucht werde.

Mit Blick auf die Lagerung von Kunstwerken hält es Michael Lohaus vom Kulturamt für „wünschenswert, von den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Museen auszugehen“ und nicht nur die Nutzung vorhandener Liegenschaften im Blick zu haben. Denkbar wäre beispielsweise ein gemeinsames Depot aller Museen.


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