28.09.2016
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Schiffbruch vor Jemen: Music-Store-Fracht treibt im Ozean

In der Mitte durchgebrochen: das japanische Containerschiff „Mol Comfort“ mit Fracht für den Music Store in Köln an Bord.

In der Mitte durchgebrochen: das japanische Containerschiff „Mol Comfort“ mit Fracht für den Music Store in Köln an Bord.

Foto:

Screenshot MRCC Twitter

Köln -

Starker Wind und Wellen bis zu sechs Metern Höhe haben am Dienstag das 316 Meter lange Containerschiff „Mol Comfort“ im indischen Ozean in zwei Teile zerbrechen lassen. Die 26 Besatzungsmitglieder konnten sich in Sicherheit bringen und von einem anderen Frachter gerettet werden - die mehr als 4000 geladenen Container treiben auf Bug und Heck verteilt übers Meer. Darunter auch: Fracht für den Music Store in Köln Kalk.

„Da schwimmen nun zwei Schiffswracks mit Fracht von uns für Euch im Indischen Ozean“, schrieb das Fachgeschäft auf seiner Facebook-Seite. „Gibt es jetzt Rabatt?“, fragt ein Nutzer. Ein anderer wittert seine Chance: „Das heißt jetzt gibt es kostenlose Hardware. Man muss nur irgendwie dran kommen.“

„Die Reederei hat uns informiert, dass das Schiff mit unserem Container auf dem Meer auseinandergebrochen ist“, sagt Music-Store-Inhaber Michael Sauer auf Anfrage von ksta.de. Ob die Fracht für sein Geschäft bei dem Unglück ins Meer gefallen ist oder auf einem der beiden Schiffsteile im Meer treibt, ist noch ungewiss.

Das Containerschiff war von Singapur kommend auf dem Weg nach Jeddah vor der jemenitischen Küste, berichtete der „New Indian Express“ auf seiner Internetseite. 200 Seemeilen vor der Ankunft passierte das Unglück: Das Schiff brach auseinander. Größere Mengen Öl sollen dabei ausgetreten sein. Bug und Heck trieben rund 20 Meter voneinander entfernt im Meer.

„Die Reederei versucht jetzt die beiden Hälften in den nächsten Hafen zu schleppen und dann werden wir sehen, ob unser Container noch dabei ist. Und, ob er nass geworden ist oder nicht“, erklärt Sauer. Ist Letzteres der Fall, wäre die Fracht dahin.

Es sind vor allem Gitarrenverstärker, die mit der „Mol Comfort“ auf dem Weg in Richtung Köln waren. Nichts Ungewöhnliches, dass die einen solch weiten Weg zurücklegen, bevor sie bei uns im Handel landen, „90 Prozent unserer Ware kommt heute aus China und reist um die halbe Welt zu uns“, sagt Sauer. Mindestens sechs Wochen länger dürften einige Kunden jetzt auf ihre Bestellungen warten. „Aber unser Geschäft hängt nicht von diesem einen Container ab. Wir bekommen täglich Lieferungen.“