28.07.2016
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Verkehr in Köln-Ostheim: Anwohner im Badischen Viertel sind die vielen Autos zu Stoßzeiten leid

Das hohe Verkehrsaufkommen auf der schmalen Konstanzer Straße stört zahlreiche Anwohner.

Das hohe Verkehrsaufkommen auf der schmalen Konstanzer Straße stört zahlreiche Anwohner.

Foto:

Ramme

Ostheim -

„Seit Jahren beobachten wir mit Sorge ein erheblich steigendes Verkehrsaufkommen im Bereich des Badischen Viertels“, sagten Helga Fielenbach und Hans Köster.

Die beiden waren als Sprecher der Bürgergemeinschaft Ostheim-Badisches Viertel und für rund 150 Anwohner, die seit Jahrzehnten und zum Teil in der zweiten und dritten Generation in dem Gebiet zwischen Frankfurter Straße, Rösrather Straße und Waldbadviertel wohnen, in die Kalker Bezirksvertretung gekommen, um einen Bürgerantrag zu begründen. lnsbesondere seien die Saarbrücker und die Mannheimer Straße betroffen. Auch die Nebenstraßen, die ursprünglich als reine Wohnstraßen konzipiert und angelegt wurden, seien wesentlich vom zunehmenden Verkehr betroffen.

Abkürzungen und Stau-Umgehung

Die Bewohner des Badischen Viertels klagen darüber, dass ihre Straßen immer wieder und vor allem in Stoßzeiten von vielen Autofahrern, die aus Richtung Porz kommen, als Abkürzung und Umgehung des Staus auf der Frankfurter Straße genutzt werden. Köster: „Dabei hat die Saarbrücker Straße als Einstieg in die Umgehung der täglichen Verkehrsstaus noch nicht einmal einen Bürgersteig. Der wäre aufgrund der geringen Straßenbreite auch nicht zu realisieren.“

Durch die Zunahme des Verkehrs werde auch die steigende Anzahl an Fußgängern und Radfahrern aus dem Waldbadviertel erheblichen Gefahren ausgesetzt, heißt es. Köster: „Das kann nicht der Sinn einer verantwortlichen Verkehrspolitik sein.“ Habe sich die „ausufernde Verkehrsbelastung“ in den vergangenen Jahren vorrangig auf den Freitagnachmittag konzentriert, so gebe es das Problem inzwischen mehrfach wöchentlich, fast täglich und unabhängig von der Tageszeit. Fielenbach: „Das aktuelle Verkehrsaufkommen, die gefahrenen Geschwindigkeiten und der dadurch hervorgerufene Lärm haben mittlerweile ein unerträgliches Maß erreicht.“ Das vorgeschriebene Limit von Tempo 30 werde Köster zufolge in der Zwischenzeit vollkommen ignoriert. „Unsere Wohnstraßen werden als Rennstrecken missbraucht.“

„Anlieger frei“ abgelehnt

Von den Bezirksvertretern forderten die Bürger die kurzfristige Einrichtung einer Anwohnerzone oder einer Anliegerzone in ihrem Viertel und die Umsetzung entsprechender Kontrollen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Marco Pagano dankte den Bürgern für ihr Engagement für ihr Veedel und sagte Unterstützung zu. Er regte zunächst eine Verkehrszählung an, gab auch zu, dass er sicher sei, dass es ohne Kontrollen nicht funktioniere. Dem stimmte sein CDU-Kollege Jürgen Schuiszill zu: „Eine Verkehrszählung kann nur ein erster Schritt sein. Die Probleme im Badischen Viertel hängen auch auch mit dem Kreuzungsbereich von Frankfurter, Ostheimer und Rösrather Straße zusammen, für den die Verwaltung trotz mehrfacher Aufforderung seit Jahren keine Lösung anbietet.“

Das von der Bürgergemeinschaft gewünschte Verkehrszeichen zum Durchfahrtsverbot mit dem Zusatz „Anlieger frei“ lehnte die Verwaltung ab. Dies dürfe nach der Straßenverkehrsordnung nur dort angeordnet werden, wo es aufgrund besonderer Umstände und Gefahrenlagen zwingend geboten sei, sagte Bernd Rothe vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Er sagte aber zu, nicht nur die Fahrzeuge zählen zu wollen, sondern auch noch den Ziel- und Quellverkehr zu untersuchen und die Durchfahrt-Geschwindigkeiten zu messen.

Einstimmig beschlossen die Bezirksvertreter, dass die Verwaltung all diese Untersuchungen durchführen solle, um dann anhand der Ergebnisse entscheiden zu können, ob und welche Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrs im Badischen Viertel notwendig sind.


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