26.07.2016
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Nach der Pleite: Spuren von Schlecker verblassen

Apothekerin Dorothee Wieck hat in der ehemaligen Schlecker-Filiale an der Neusser Straße 280 in Nippes ihre Viva-Apotheke eröff

Apothekerin Dorothee Wieck hat in der ehemaligen Schlecker-Filiale an der Neusser Straße 280 in Nippes ihre Viva-Apotheke eröffnet. Hier steht sie am Beratungstresen.

Foto:

Schöneck

Nippes -

Noch bis vor acht Monaten wurden im Ladenlokal an der Neusser Straße 280 Waschmittel, Toilettenpapier und Seife verkauft – bis schließlich das Schlecker-Imperium zusammenbrach. Nun aber herrscht hier neues Leben: In einer der vom einstigen schwäbischen Großkonzern geschlossenen Filialen betreibt die Apothekerin Dorothee Wieck seit Anfang November ihre Viva-Apotheke. Jetzt feierte das Team mit Luftballons am Eingang und kleinen Gewinnspielen die offizielle Eröffnung. Der Laden schräg gegenüber dem Golde Kappes ist nicht mehr wiederzuerkennen: Aus der Drogerie mit ihrem eher tristen Erscheinungsbild ist ein helles, farbenfrohes und einladendes Geschäft geworden.

„Es war einer der ersten Läden, die Schlecker aufgegeben hat“, erinnert sich Johannes Holzwarth, der mit seiner Frau die Geschäftsräume vermietet hat. „Weil es ein attraktiver Standort ist, kamen zum Glück gleich Interessenten auf uns zu – mit Frau Wieck sahen wir jedoch am meisten Zukunft, und sie hatte auch das seriöseste Konzept.“

Erstaunen im Stadtteil

Die Apothekerin hat in direkter Umgebung viele Mitbewerber: Es ist die nunmehr sechste Apotheke an der Neusser Straße – und die zehnte im Stadtteil insgesamt; die nächste ist nur vier Häuser weiter stadteinwärts zu finden. Die Neueröffnung sorgte daher auch im Stadtteil für Erstaunen. Wieck glaubt dennoch, dass in Nippes, und speziell an der Neusser Straße, noch Bedarf besteht. „Die Neusser ist halt das Zentrum im Stadtbezirk schlechthin, hier sind viele Kunden – auch aus anderen Stadtteilen – und man hat eine sehr gute Verkehrsanbindung“, sagt die Apothekerin, die selbst lange in Nippes gewohnt hat. „Es ist ein sehr schöner Stadtteil, der insgesamt viel zu bieten hat.“

Mit ihrer ersten eigenen Apotheke – zuvor arbeitete Wieck 17 Jahre als angestellte Apothekerin – will sie ein neues Konzept ausprobieren. So hat sie sich über das Ladendesign viele Gedanken gemacht: Auf den rund 350 Quadratmetern Ladenfläche bietet sie rund 8000 rezeptfreie Artikel in dem in gelben und grünen Farbtönen gehaltenen begehbaren Selbstbedienungs-Bereich in der vorderen Hälfte der Apotheke, wo die Kunden durch die Gänge stöbern können – unter anderem auch Kosmetik, Säuglings- und Sportlerbedarf sowie Nahrungsergänzung und Allergikerkost. Ganz in Rot kommt der Bereich mit den Beratungstresen daher, wo 10 000 verschreibungspflichtige Medikamente lagern. Diese befördert bei einer Bestellung ein vollautomatisches, EDV-gesteuertes Liefersystem aus dem Hochlager hinter den Beratungs-Tresen – die Apparatur ist ein kleines Wunderwerk der Technik. Für Kinder gibt es eine Kino-Ecke mit Sitzhockern und Kinderwagen-Parkplätzen. Bald soll es in der Apotheke auch Themenvorträge, etwa zu Allergien, Homöopathie und Diätprogrammen geben.

Neues Leben in alten Schlecker-Läden

Doch nicht nur an der Neusser Straße 280, sondern auch in den übrigen einstigen Schlecker-Filialen im Stadtbezirk Nippes ist inzwischen neues Leben eingekehrt – oder eine Neueröffnung steht kurz bevor (siehe Infokasten unten). Der Zusammenbruch der schwäbischen Krämerkette hat im Bezirk keine sichtbaren Spuren hinterlassen.


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