28.09.2016
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Serie: „Nach Gutsherrenart“: Viel Technik für die Feldarbeit

Bernd Bulich, jüngstes Mitglied der Familie, die den Margaretenhof von der Freiherr von Eltz’schen Verwaltung gepachtet hat.

Bernd Bulich, jüngstes Mitglied der Familie, die den Margaretenhof von der Freiherr von Eltz’schen Verwaltung gepachtet hat.

Foto:

Roland Schriefer

Libur -

Seit mehr als einem Jahrhundert bewirtschaftet Familie Bulich den Margaretenhof an der Kuxgasse. Er ist nun seit vier Generationen in einer Hand – ein echter Familienbetrieb also. Diese lange Geschichte spiegelt sich im Innenbereich wieder. Landwirtschaftliche Gerätschaften sind dort ausgestellt, die schon lange ausgedient haben: eine Güllepumpe aus dem 20. Jahrhundert etwa oder ein alter Pflug, wie er vor hundert Jahren benutzt wurde.

Alte Wagenräder hängen an den Außenwänden der Gebäude, die den Hof umschließen. Hier sind indes schön längst nicht mehr Rind und Sau zu finden, sondern große Maschinen, mit denen die Felder im Umkreis von Libur bestellt werden. Eins der Gebäude ist zudem das Wohnhaus von Familie Bulich, die den Hof von der Familie Eltz-Rübenach seit 1899 gepachtet hat.

Bernd Bulich (33) hat Agrarwissenschaften studiert und vor einem Jahr den Betrieb von Vater Bernhard (66) übernommen. Nun führt er den Hof, der zwischen 1865 und 1975 erbaut wurde, und ist für die Ernte von Rüben, Weizen, Gerste, Winterroggen, Raps und Mais zuständig. „Bis in die 60er Jahre hatten wir noch Viehzucht“, berichtet Bernhard Bulich, der den Hof von 1960 an führte und 1967 die Milchviehhaltung einstellte. „Bis dahin liefen hier auch noch Hühner, Gänse und Enten herum, und wir betrieben Schweinemast.“

Früher Pferd, heute GPS-Traktor

Doch die Zeiten änderten sich, die Viehzucht rentierte sich nicht mehr, und die Bulichs sattelten auf Ackerwirtschaft um. 2008 kam die Biogasanlage hinzu, die seitdem das zweite Standbein des Betriebs ist und aus nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere Mais, Strom erzeugt. „Sie stellt eine unentbehrliche Konstante dar“, so Bulich junior. „So sind wir von Preisschwankungen aus unserer Ackerwirtschaft nicht mehr allzu abhängig“, sagt Bernd Bulich. „Im Prinzip ist die Biogasanlage auch eine Kuh, nur eben aus Beton. Sie gibt keine Milch, sondern Gas.“

Über das letzte Jahrhundert hinweg hat sich eigentlich nicht viel geändert auf dem Margaretenhof, da er immer noch landwirtschaftlich genutzt wird. Trotzdem berichtet vor allem Bulich senior von den erheblichen technologischen Veränderungen. „Früher wurde einfach das Pferd vor den Pflug gespannt; heute wird die Feldarbeit unter anderem von einem GPS-gesteuerten Traktor erledigt“, so Bernhard Bulich. „Damit braucht man heute viel weniger Menschen, um das Feld zu bestellen.“

Immer noch Liburs Ortskern

Anfang des 20. Jahrhunderts halfen die Dorfbewohner bei der Ernte – wie damals üblich. Dabei profitierten die Bewohner von der ortsnahen Versorgung. „Das war ein Geben und Nehmen“, erinnert sich Bulich senior. Vor hundert Jahren gab es zudem noch mehr als 30 feste Mitarbeiter, von denen ein Teil nur während der Saison gearbeitet hat. „In den 60er Jahren hatten wir immer noch vier bis fünf Festangestellte“, so Bulich junior. „Heute ist es nur noch einer.“

„Der Hof ist heute immer noch der Ortskern von Libur“, so Bernd Bulich. Allerdings ergäben sich durch die immer größer werdenden Maschinen zwangsläufig Probleme im Alltag. „So haben wir manchmal Schwierigkeiten, mit den Traktoren durch die engen Straßen zu fahren, vor allem wenn Autos an der Seite parken.“

Für ihn stellt die technologische Veränderung jeden Tag eine neue Herausforderung dar. „Meine Arbeit spielt sich nur noch zu 15 Prozent draußen auf dem Feld ab. Viel mehr Energie setze ich in die Planungs- und Büroarbeit“, so Bulich junior. Im Prinzip könnten die Bulichs auch auf die Gebäude des Margaretenhofs verzichten. „Billiger wäre es, unsere Maschinen komplett in einer Halle auf dem Feld zu lagern“, sagt Bernd Bulich. „Aber das wollen wir nicht. Wir möchten den Hof erhalten.“


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